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Wie aus einem Reiseblog ein Business wird: Phototravellers über Wachstum, SEO und Monetarisierung

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Kann aus einem Reiseblog tatsächlich ein Business werden, von dem man leben kann? Diese Frage beschäftigt wahrscheinlich viele Reiseblogger irgendwann. Gerade dann, wenn bereits unzählige Stunden in neue Beiträge, SEO und Social Media geflossen sind, die Besucherzahlen aber trotzdem nur langsam wachsen.

Genau deshalb möchte ich in meinem Bereich für Reiseblogger künftig nicht nur meine eigenen Erfahrungen teilen, sondern auch andere Blogger zu Wort kommen lassen. Mich interessiert, welche Wege sie gegangen sind, was bei ihnen funktioniert hat und genauso wichtig, was eben nicht funktioniert hat.

Den Anfang meiner Interview-Reihe macht Florian von Phototravellers. Gemeinsam mit Biggi hat er Phototravellers über viele Jahre vom privaten Reisetagebuch zu einem erfolgreichen Reiseblog Business entwickelt.

Die Website gibt es bereits seit 2010. Heute besteht Phototravellers längst nicht mehr nur aus dem Reiseblog. Biggi und Florian sind auch auf YouTube und Instagram aktiv, bieten einen eigenen Fotokurs an und haben verschiedene weitere Projekte aufgebaut. Seit Juni 2026 gehört sogar ihr Buch „Foto-Eskapaden in Deutschland“ dazu.

Florian und eine Frau posieren vor dem roten Uluru in trockener Landschaft als Reiseblogger-Porträt zum Business-Wachstum
Biggi und Flo betreiben den Reiseblog Phototravellers. | Foto: Phototravellers
Dieser Beitrag kann Werbe-Links/Affiliate enthalten – diese sind mit Sternchen* gekennzeichnet. Mehr dazu.

Ich wollte von Florian deshalb wissen: Was hat wirklich zum Wachstum von Phototravellers beigetragen? Welche Rolle spielen SEO und Google heute noch? Wie verdient man mit einem Reiseblog Geld? Und was würde er anders machen, wenn er 2026 noch einmal bei null anfangen müsste?

Besonders spannend finde ich, dass Florian dabei auch ganz offen über Dinge spricht, die nicht funktioniert haben. Denn selbst ein Reiseblog, der heute ein erfolgreiches Business ist, entwickelt sich nicht immer geradlinig. Eine Entscheidung hat die beiden beispielsweise rund 30.000 Euro gekostet und rückblickend überhaupt nichts gebracht.

Vom privaten Reisetagebuch zum Reiseblog Business

Phototravellers startete nicht mit einem ausgefeilten Businessplan. Wie bei vielen Reiseblogs standen zunächst die eigenen Erlebnisse im Mittelpunkt. Interessant finde ich vor allem, dass sich erst mit der Zeit gezeigt hat, welches Potenzial eigentlich darin steckt.

Mandy: Wenn ihr auf die Anfänge von Phototravellers zurückblickt: Wann habt ihr zum ersten Mal gemerkt, dass aus eurem Reiseblog mehr als ein Hobby werden könnte?

Florian: „Die Website gibt es seit Anfang 2010. Damals war Phototravellers ein privates Tagebuch für Freunde und Bekannte. Im Laufe der Zeit fanden immer mehr Menschen über Google zu uns. Mit den ersten Einnahmen über Fotoverkäufe und Affiliate-Links haben wir den Blog dann neben unseren Jobs als Nebengewerbe laufen lassen.

Mitte 2017 waren die Einnahmen so hoch, dass wir uns zwischen unseren bisherigen Jobs und der Selbstständigkeit entscheiden mussten. Und so haben wir beide unser Angestelltenverhältnis Ende 2017 gekündigt und sind seitdem Vollzeit-Reisende.“

Welche Entscheidung Phototravellers wirklich wachsen ließ

Mehr Zeit für den Blog klingt zunächst nach einer einfachen Lösung. In der Praxis bedeutet der Schritt in die Selbstständigkeit aber natürlich auch, ein sicheres Einkommen aufzugeben. Für Biggi und Florian war genau diese Entscheidung rückblickend entscheidend für das weitere Wachstum von Phototravellers.

Mandy: Phototravellers gibt es inzwischen seit vielen Jahren. Welche Entscheidungen oder Veränderungen waren rückblickend besonders wichtig dafür, dass euer Blog wachsen konnte?

Florian: „Das war der Sprung in die Selbstständigkeit. So einen großen Blog nebenbei zu betreiben, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Man braucht ja immer neuen Input und 30 Tage Urlaub sind schnell aufgebraucht. Außerdem müssen Artikel geschrieben und laufend überarbeitet werden. Das kostet immens viel Zeit, die man nebenbei ab einem gewissen Punkt nicht mehr aufbringen kann.“

Mein Tipp: Genau diese Erfahrung mache ich bei meinem eigenen Blog ebenfalls. Warum ich ältere Beiträge inzwischen gezielt überarbeite, statt nur immer neue Inhalte zu veröffentlichen, zeige ich dir in meinem Beitrag über Content Updates für Reiseblogger.

SEO verändert sich ständig

Google hat einen großen Anteil daran, dass Phototravellers überhaupt über den ursprünglichen Freundes und Bekanntenkreis hinaus gewachsen ist. Seit 2010 hat sich bei der Suchmaschinenoptimierung allerdings einiges verändert.

Mich hat deshalb interessiert, was nach so vielen Jahren SEO Erfahrung aus Florians Sicht langfristig wirklich zählt.

Mandy: Welche Rolle spielt Google heute für Phototravellers und wie hat sich eure SEO Strategie im Laufe der Jahre verändert? Gibt es Dinge, die früher gut funktioniert haben und die ihr heute ganz anders angeht?

Florian: „SEO, also Suchmaschinenoptimierung, ist ja ständig im Wandel. Was vor ein oder zwei Jahren gut funktioniert hat, kann heute der totale Rohrkrepierer sein. Natürlich haben wir viel ausprobiert und uns auch immer wieder neu erfunden. Unter dem Strich ist der beste Tipp für den langfristigen Erfolg aber, für die Leserinnen und Leser zu schreiben, und nicht für Google.“

Keywords bestimmen nicht die Reise

Gerade wenn du dich viel mit SEO beschäftigst, kann schnell der Eindruck entstehen, dass jedes neue Thema zuerst anhand von Keywords und Suchvolumen ausgewählt werden müsste. Umso interessanter fand ich Florians Antwort darauf, wie Phototravellers heute neue Inhalte plant.

Mandy: Wie entscheidet ihr heute, welche Inhalte ihr produziert? Welche Rolle spielen Keywords und Suchvolumen und wie viel Raum bleibt für Reisen und Themen, über die ihr einfach persönlich gerne berichten möchtet?

Florian: „Tatsächlich spielen Keywords und Suchvolumen heute bei unseren Reisen keine Rolle mehr. Wir suchen uns die Reiseziele aus, die uns persönlich interessieren. Was dann am Ende für Artikel und Videos entstehen, entscheidet sich meist erst nach der Reise.“

Warum Phototravellers auf mehrere Standbeine setzt

Ein Reiseblog kann die Basis eines Business sein, muss aber längst nicht die einzige Einnahmequelle bleiben. Bei Phototravellers sind über die Jahre weitere Kanäle und Projekte dazugekommen. Gleichzeitig bedeutet jedes zusätzliche Standbein auch, die eigene Zeit und Energie aufzuteilen.

Mandy: Phototravellers ist heute längst mehr als ein klassischer Reiseblog. Ihr seid auf YouTube aktiv, bietet Fotokurse an und habt 2026 mit „Foto Eskapaden in Deutschland“ euer eigenes Buch veröffentlicht. War es eine bewusste Entscheidung, euch mehrere Standbeine aufzubauen, und welche Rolle spielen diese heute für euer Business?

Florian: „Für uns als Selbstständige ist es essenziell, auf mehrere Standbeine zu setzen. Das hat aber auch Nachteile. Jemand, der 100 Prozent seiner Energie auf ein Pferd setzt, hat sicher mehr Output als jemand, der seine begrenzte Energie auf zwei, drei oder mehr Plattformen aufteilen muss. Dafür sind wir weniger abhängig von Google Updates. Läuft es auf dem Blog schlechter, können das Zuwächse bei YouTube oder Aufträge bei Instagram ausgleichen.“

Biggi und Florian von Phototravellers zeigen vor alpiner Berglandschaft ihr Buch „Foto-Eskapaden in Deutschland“.
Unterwegs entstehen die Inhalte und Fotos für Phototravellers. | Foto: Phototravellers

Das Buch von Biggi und Florian

„Foto-Eskapaden in Deutschland“ ist seit Juni 2026 erhältlich. Wenn du die beiden und ihre Arbeit unterstützen möchtest, findest du das Buch im Buchhandel und natürlich auch online bei Amazon.

Womit Phototravellers Geld verdient

Mehrere Standbeine sorgen nicht nur für mehr Unabhängigkeit von einzelnen Plattformen. Sie bedeuten auch, dass die Einnahmen aus unterschiedlichen Quellen kommen können. Mich hat deshalb natürlich interessiert, welche davon sich bei Phototravellers langfristig bewährt haben.

Mandy: Wie verdient ihr mit Phototravellers heute Geld und welche Einnahmequellen haben sich für euch langfristig besonders bewährt? Hat sich die Bedeutung einzelner Einnahmequellen über die Jahre verändert?

Florian: „Der Großteil unserer Einnahmen auf dem Blog stammt aus klassischen Werbebannern und aus Empfehlungslinks für Hotels, Aktivitäten oder Fotoausrüstung. Dann spielt unser Online-Fotokurs eine wichtige Rolle. Daneben haben wir noch kleine Projekte wie Reise-E-Books im Angebot. Außerdem werden wir regelmäßig von Tourismusverbänden oder Reiseanbietern gebucht, um eine spezielle Region zu bereisen und darüber zu berichten. Bei den Preisverhandlungen spielt uns die Kombination unserer großen Reichweite auf dem Blog, auf YouTube und Instagram in die Hände.“

Wenn du dir selbst verschiedene Einnahmequellen aufbauen möchtest, findest du in meinem Beitrag Reiseblog Geld verdienen einen Überblick über die Möglichkeiten, die ich für Reiseblogger sinnvoll finde.

Wenn eine Investition von 30.000 Euro nichts bringt

Nicht jede Investition zahlt sich aus. Das gehört zur Selbstständigkeit dazu, auch wenn es bei größeren Summen natürlich besonders schmerzt. Bei Phototravellers gab es eine Entscheidung, die rückblickend ziemlich teuer war.

Mandy: Bei einem über viele Jahre gewachsenen Business läuft sicher nicht jede Idee wie geplant. Gab es Projekte, Strategien oder Investitionen, in die ihr viel Zeit oder Geld gesteckt habt und bei denen ihr heute sagt: Das hat deutlich weniger gebracht als erwartet?

Florian: „Der größte finanzielle Flop war ein großer Blog-Relaunch vor einigen Jahren, der uns gut und gerne 30.000 Euro gekostet und unter dem Strich überhaupt nichts gebracht hat. Aber auch das gehört zur Selbstständigkeit dazu. Hinfallen, aufstehen, weitermachen. Anders geht es nicht.“

Was Phototravellers heute anders machen würde

Besonders neugierig war ich auf die letzte Frage. Denn einen erfolgreichen Reiseblog über viele Jahre weiterzuentwickeln ist etwas anderes, als heute bei null anzufangen. Google, Social Media und inzwischen auch KI haben die Bedingungen deutlich verändert.

Mandy: Stellt euch vor, ihr würdet 2026 mit einem komplett neuen Reiseblog bei null anfangen, ohne die heutige Reichweite von Phototravellers. Worauf würdet ihr euch in den ersten zwölf Monaten konzentrieren und was würdet ihr diesmal anders machen?

Florian: „Wir würden uns heute auf ein spezielles Thema konzentrieren und nicht versuchen, die ganze Welt abzudecken. Das ist heute tatsächlich ein Problem, dass wir so viele unterschiedliche Regionen und Reisearten auf dem Blog abdecken. Dazu kommen zahlreiche Artikel zum Thema Fotografie, die ja schon irgendwie etwas mit dem Thema Reisen zu tun haben, aber eben nur in Teilbereichen.

Allerdings sind wir angesichts der immensen KI-Schwemme für die Zukunft klassischer Blogs eher skeptisch. Instagram und besonders YouTube haben langfristig sicher deutlich mehr Potenzial.“

Mein Fazit: Was kleinere Reiseblogs von Phototravellers mitnehmen können

Was ich aus dem Gespräch mit Florian besonders mitnehme: Auch ein Reiseblog, der heute ein erfolgreiches Business trägt, ist nicht mit einem perfekten Geschäftsmodell gestartet. Phototravellers begann 2010 als privates Reisetagebuch. Die ersten Einnahmen kamen später, die komplette Selbstständigkeit sogar erst Ende 2017.

Gerade wenn du selbst schon länger bloggst und das Gefühl hast, dass es viel zu langsam vorangeht, finde ich diese Entwicklung wichtig. Ein Reiseblog wächst selten von heute auf morgen. Vieles entwickelt sich erst mit der Zeit und manchmal ergeben sich Möglichkeiten, die beim Start überhaupt noch nicht geplant waren.

Spannend finde ich auch Florians Blick auf SEO. Natürlich möchtest du mit deinen Beiträgen bei Google gefunden werden. Trotzdem sollten am Ende immer die Leser im Mittelpunkt stehen. Genau das versuche ich auch bei meinen eigenen Beiträgen umzusetzen. Ich beschäftige mich mit Keywords und Suchintentionen, möchte meine Reisen aber nicht danach auswählen, wie hoch das Suchvolumen für ein bestimmtes Reiseziel ist. Für mich kommt zuerst die Reise und anschließend überlege ich, welche hilfreichen Inhalte daraus entstehen können.

Ein weiterer Punkt ist die Abhängigkeit von einzelnen Plattformen. Phototravellers setzt heute bewusst auf Blog, YouTube, Instagram, Fotokurse und weitere Projekte. Das kostet auf der einen Seite Zeit und Fokus. Auf der anderen Seite sorgt es dafür, dass nicht ein einziges Google Update darüber entscheidet, wie gut das gesamte Business läuft.

Besonders interessant für kleinere Reiseblogs finde ich außerdem Florians Antwort auf die letzte Frage. Würden Biggi und Florian heute noch einmal anfangen, würden sie sich stärker spezialisieren. Du musst also nicht versuchen, möglichst schnell über die ganze Welt zu schreiben. Ein klareres Thema kann gerade am Anfang dabei helfen, Expertise aufzubauen und für Leser besser erkennbar zu machen, wofür dein Blog eigentlich steht.

Haben Reiseblogs trotz KI noch eine Zukunft?

Bei diesem Punkt bin ich persönlich etwas optimistischer als Florian. Natürlich verändert KI gerade deutlich, wie Menschen nach Reiseinformationen suchen. Gleichzeitig habe ich bei meinem eigenen Blog inzwischen die Erfahrung gemacht, dass nicht mehr nur Google für die Sichtbarkeit wichtig ist. Auch über KI Systeme und LLMs können Leser auf meine Inhalte aufmerksam werden.

Für mich bedeutet das deshalb nicht automatisch, dass der Reiseblog an Bedeutung verliert. Vielmehr verändern sich gerade die Wege, über die unsere Inhalte gefunden werden. Neben klassischem SEO wird es meiner Meinung nach immer wichtiger, hilfreiche, konkrete und auf eigenen Erfahrungen basierende Inhalte zu veröffentlichen, die auch von KI Systemen als Quelle erkannt und aufgegriffen werden können.

Wie wichtig dieser Kanal langfristig tatsächlich wird, lässt sich heute natürlich noch nicht sagen. Für mich bleibt mein Reiseblog aber gerade deshalb die Basis meiner Inhalte. Hier liegen meine eigenen Erfahrungen, Fotos und Empfehlungen und ich entscheide selbst, wie ich meine Inhalte aufbaue und monetarisiere. Gleichzeitig zeigt Phototravellers sehr gut, warum es sinnvoll sein kann, zusätzlich weitere Kanäle und Einnahmequellen aufzubauen und sich nicht ausschließlich auf Google zu verlassen.

Und vielleicht ist genau das meine wichtigste Erkenntnis aus diesem Interview:

Es gibt nicht den einen richtigen Weg zum erfolgreichen Reiseblog.

Du musst ausprobieren, beobachten, anpassen und manchmal auch akzeptieren, dass eine Idee nicht funktioniert.

Im besten Fall kostet diese Erkenntnis allerdings etwas weniger als 30.000 Euro.

Vielen Dank an Florian für die offenen und ehrlichen Antworten und an Biggi und Florian dafür, dass ich mit Phototravellers meine neue Interview Reihe starten durfte.

Auf hellblauem Hintergrund wirbt eine Grafik für eine Blogger-Ressourcenbox mit Checklisten, Guides und Vorlagen.
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