Ist Reiseblogger Konkurrenz wirklich ein Thema oder machen wir sie uns oft selbst? Diese Frage hat mich in den letzten Jahren immer wieder beschäftigt.
Vor allem dann, wenn ich über ein neues Reiseziel schreiben wollte und festgestellt habe, dass es dazu bereits unzählige Beiträge gibt. Manchmal habe ich mich sogar gefragt, ob es sich überhaupt noch lohnt, einen weiteren Artikel zu veröffentlichen.
Je länger ich selbst blogge, desto häufiger denke ich über dieses Thema nach. Nicht nur wegen meiner eigenen Erfahrungen, sondern auch wegen vieler Beobachtungen innerhalb der deutschsprachigen Reiseblogger Community.
In diesem Beitrag möchte ich meine Gedanken dazu mit Dir teilen. Vielleicht hast Du Dir dieselbe Frage auch schon einmal gestellt.

Inhaltsübersicht
Ich dachte lange, andere Reiseblogger wären meine Konkurrenz
Es gibt etwas, das ich heute ganz anders sehe als noch vor ein paar Jahren.
Jahrelang habe ich keinen Beitrag über Prag veröffentlicht, obwohl die Stadt längst auf meinem Blog hätte sein können. Nicht, weil mir die Stadt nicht gefallen hat. Ganz im Gegenteil. Ich fand sie wunderschön und wollte schon lange darüber schreiben.
Der eigentliche Grund war ein anderer.
Ich dachte einfach: Darüber gibt es doch schon unzählige Reiseblogs. Was soll ich da noch beitragen?
Ich war überzeugt, dass meine Perspektive keinen echten Mehrwert mehr bieten würde. Vielleicht hast Du diesen Gedanken auch schon einmal gehabt.
Du hast eine tolle Reise erlebt, möchtest darüber schreiben und dann stellst Du fest, dass es bereits hunderte Beiträge zu diesem Reiseziel gibt. Schnell entsteht das Gefühl, dass sich die Arbeit gar nicht mehr lohnt.
Heute weiß ich, dass mich nicht die Konkurrenz ausgebremst hat, sondern meine eigene Denkweise.
Warum ich meine Meinung komplett geändert habe
Mittlerweile sehe ich andere Reiseblogger überhaupt nicht mehr als Konkurrenz.
Warum eigentlich?
Die meisten schreiben über ganz andere Reiseziele. Und selbst wenn wir über dieselbe Stadt berichten, entstehen am Ende völlig unterschiedliche Beiträge.
Ich reise mal mit meiner Familie, mal mit einer Freundin und manchmal auch alleine. Genau dadurch erlebe ich Reiseziele jedes Mal ein bisschen anders. Andere Reiseblogger haben wiederum ihren ganz eigenen Reisestil. Manche reisen als Backpacker, andere mit dem Wohnmobil oder legen Wert auf Luxus. Wieder andere entdecken Reiseziele mit Kindern oder konzentrieren sich auf Wanderungen und Natur.
Jeder sammelt andere Erfahrungen. Genau deshalb kann es gar nicht den einen perfekten Reiseblog zu einem Reiseziel geben. Denn jeder setzt andere Schwerpunkte, reist anders und spricht eine andere Zielgruppe an.
Ich selbst lese vor einer Reise ganz bewusst mehrere Reiseblogs. Nicht, weil einer besser ist als der andere. Sondern weil jeder etwas anderes zeigt.
Der eine kennt das kleine Café in einer Seitenstraße. Die nächste Bloggerin hat einen tollen Tipp für Familien. Wieder jemand anderes berichtet ehrlich über typische Fehler oder zeigt eine Route, auf die ich selbst nie gekommen wäre.
Erst die unterschiedlichen Perspektiven ergeben für mich ein vollständiges Bild.
Warum sollte das bei meinen Lesern anders sein?
Heute ärgere ich mich manchmal, dass ich mich so lange von diesem Gedanken habe bremsen lassen. Vielleicht hätten meine Erfahrungen aus Prag genau den Menschen geholfen, die nach einer Reise gesucht haben, die zu meiner Art des Reisens passt.

Meine Erfahrungen mit der deutschsprachigen Reiseblogger Community
Bevor ich weiterschreibe, ist mir eines wichtig.
Ich kenne natürlich nicht alle Reiseblogger. Alles, was ich in diesem Beitrag schreibe, basiert auf meinen persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen innerhalb der deutschsprachigen Reiseblogger-Community. Vielleicht hast Du ganz andere Erfahrungen gemacht. Genau deshalb freue ich mich am Ende auf einen offenen Austausch.
Trotzdem fallen mir immer wieder ähnliche Situationen auf.
Viele Fragen, aber nur wenige Antworten
In Facebook-Gruppen werden täglich Fragen gestellt.
Wie funktioniert ein bestimmtes Affiliate-Programm? Welche Erfahrungen habt Ihr mit einem Hoster gemacht? Wie viel verlangt Ihr für Kooperationen?
Oft antworten nur wenige. Natürlich hat jeder seine Gründe, sich nicht an jeder Diskussion zu beteiligen. Trotzdem frage ich mich manchmal, wie viel wertvoller der Austausch wäre, wenn sich mehr Menschen aktiv einbringen würden.
Auch ich schreibe Reiseblogger manchmal direkt an, wenn ich bei einem technischen Thema nicht weiterkomme oder wissen möchte, wie sie etwas auf ihrem Blog umgesetzt haben. Manchmal bekomme ich eine hilfreiche Antwort, manchmal erhalte ich gar keine Rückmeldung. Natürlich ist niemand verpflichtet zu antworten. Trotzdem zeigt mir das, wie unterschiedlich das Thema Austausch in unserer Community gelebt wird.
Unterstützung ist manchmal an eine Gegenleistung geknüpft
Ähnlich empfinde ich es bei Linktauschgruppen.
Natürlich spricht nichts dagegen, sich gegenseitig zu unterstützen. Manchmal habe ich jedoch den Eindruck, dass Unterstützung häufig an eine Gegenleistung geknüpft wird.
„Ich verlinke Dich, wenn Du mich verlinkst.“
Dabei sollte eine Verlinkung doch vor allem den eigenen Lesern helfen. Wenn ein anderer Beitrag eine Frage besser beantwortet als meiner, warum sollte ich ihn dann nicht empfehlen? Genau so handhabe ich es inzwischen auch auf meinem Blog.
Über Zahlen spricht kaum jemand
Ein weiteres Thema ist die fehlende Offenheit.
Über Besucherzahlen wird nur selten gesprochen. Affiliate-Einnahmen bleiben meistens privat. Auch bei Kooperationen oder Honoraren halten sich viele verständlicherweise bedeckt.
Natürlich muss niemand seine Zahlen veröffentlichen. Das ist eine ganz persönliche Entscheidung.
Manchmal frage ich mich, wie viele Blogger sich dadurch unbewusst unter Wert verkaufen. Wie viele dieselben Fehler machen wie andere vor ihnen. Einfach deshalb, weil niemand offen über seine Erfahrungen spricht.
Es gibt zum Glück auch viele positive Beispiele
Zum Glück sind mir in den letzten Jahren aber auch viele Reiseblogger begegnet, die ihre Erfahrungen ganz selbstverständlich teilen. Ohne diesen Austausch wäre mein Blog heute wahrscheinlich nicht da, wo er ist.
Menschen, die ihr Wissen teilen, ehrliches Feedback geben, technische Fragen beantworten oder ihre Erfahrungen weitergeben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.
Von genau diesen Menschen habe ich selbst unglaublich viel gelernt.
Vielleicht ist das sogar der Grund, warum ich heute selbst so offen über SEO, Affiliate-Marketing oder meine Erfahrungen als Reisebloggerin schreibe.
Ich weiß einfach, wie wertvoll dieser Austausch sein kann.
Warum mehr Offenheit allen Reisebloggern helfen würde
Ich bin überzeugt, dass wir alle voneinander profitieren könnten.
Nicht, indem jeder seine kompletten Einnahmen veröffentlicht. Sondern indem wir unser Wissen häufiger teilen.Vielleicht kennt jemand eine Lösung für ein technisches Problem. Jemand anderes weiß, welche Affiliate-Links besonders gut funktionieren.
Wieder jemand hat Erfahrungen mit Kooperationen oder kann einem neuen Reiseblogger helfen, typische Anfängerfehler zu vermeiden.
Für mich entsteht dadurch keine Konkurrenz. Im Gegenteil: Es entstehen bessere Reiseblogs. Und davon profitieren am Ende alle. Die Blogger genauso wie die Menschen, die unsere Beiträge lesen.
Was sich für mich verändert hat
Heute teile ich bewusst viele meiner Erfahrungen rund um das Bloggen.
Ich schreibe über SEO, Affiliate-Marketing, interne Verlinkung, Landingpages und Content-Cluster, weil ich weiß, wie sehr mir solche Erfahrungen am Anfang geholfen hätten.
Genau deshalb findest Du auf meinem Blog inzwischen auch viele Blogger Tipps, in denen ich mein Wissen rund ums Bloggen teile.
Früher hätte ich wahrscheinlich gedacht, dass ich mir damit selbst Konkurrenz schaffe.
Heute denke ich genau andersherum. Wenn jemand durch einen meiner Tipps erfolgreicher wird, freue ich mich ehrlich darüber.
Denn sein Erfolg nimmt meinem Blog nichts weg.
Er zeigt vielmehr, dass gute Inhalte, eine klare Strategie und kontinuierliche Arbeit sich auszahlen können. Vielleicht inspiriert mich sein Erfolg sogar dazu, selbst wieder etwas Neues auszuprobieren oder dazuzulernen. Genau das macht für mich eine gute Community aus.
Mein Wunsch für die deutschsprachige Reiseblogger Community
Ich wünsche mir eine Community, in der wir uns gegenseitig unterstützen, Fragen beantworten und unsere Erfahrungen miteinander teilen.
Eine Community, in der wir uns ehrlich über die Erfolge anderer freuen, statt sie als Konkurrenz zu sehen.
Denn aus meiner Sicht kämpfen wir letztlich alle mit denselben Herausforderungen. Fehlende Sichtbarkeit, ständig neue Google Updates, technische Hürden und die vielen Stunden Arbeit, die hinter jedem einzelnen Blogartikel stecken.
Gerade deshalb wünsche ich mir, dass wir uns häufiger gegenseitig unterstützen. Denn am Ende sitzen wir doch alle im selben Boot.

Fazit: Reiseblogger sind keine Konkurrenz
Wenn ich heute an meinen nie geschriebenen Prag Beitrag denke, muss ich ein wenig schmunzeln.
Ich habe mich selbst davon abgehalten, über ein Reiseziel zu schreiben, das mir wirklich gefallen hat. Nicht, weil mir die Ideen fehlten. Sondern weil ich dachte, es gäbe schon genug Beiträge dazu.
Heute weiß ich, dass das ein Fehler war.
Jeder Reiseblog erzählt andere Geschichten und jeder Blogger bringt eigene Erfahrungen mit. Genau diese Vielfalt macht Reiseblogs so wertvoll.
Ich glaube heute nicht mehr, dass andere Reiseblogger unsere Konkurrenz sind. Für mich sind sie Menschen, von denen ich lernen kann und die meinen Blick aufs Reisen, aufs Bloggen und manchmal sogar auf mein eigenes Business verändern.
Vielleicht ist genau das die eigentliche Stärke der deutschsprachigen Reiseblogger Community. Nicht, dass wir alle dasselbe schreiben. Sondern dass jeder seine eigene Geschichte erzählt und damit das Gesamtbild ein Stück vollständiger macht.
Wie siehst Du das? Hast Du ähnliche Erfahrungen in der deutschsprachigen Reiseblogger Community gemacht oder ganz andere? Ich freue mich auf einen ehrlichen Austausch in den Kommentaren.
Wenn Dich das Thema interessiert, findest Du in meinen Blogger Tipps viele weitere Erfahrungen und praktische Anleitungen rund um SEO, Affiliate Marketing und den Aufbau eines erfolgreichen Reiseblogs. Vielleicht hilft Dir der eine oder andere Beitrag genauso weiter, wie mir damals die Erfahrungen anderer Blogger geholfen haben.
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