Google verändert sich und das lässt sich inzwischen auch in Zahlen erkennen. Eine aktuelle Untersuchung von Ahrefs kommt zu dem Ergebnis, dass die Klickrate für das erstplatzierte organische Suchergebnis bei Suchanfragen mit einer AI Overview deutlich niedriger ausfällt.
Laut der Ahrefs Studie zu AI Overviews und Klickrate lag die tatsächliche Klickrate für die untersuchten Keywords rund 58 Prozent unter dem Wert, der ohne AI Overview zu erwarten gewesen wäre.
Das bedeutet natürlich nicht, dass jeder Reiseblog plötzlich 58 Prozent seines Google-Traffics verliert.
Trotzdem sollten wir Reiseblogger diese Entwicklung ernst nehmen.
Müssen wir unsere Beiträge künftig für KI statt für Google optimieren? Brauchen wir neben SEO plötzlich auch noch GEO und AEO? Und welche Inhalte werden überhaupt noch angeklickt, wenn Google viele Fragen direkt beantworten kann?
Ich habe mir die aktuellen Entwicklungen und vor allem die neuen Empfehlungen von Google genauer angesehen.
Eine Erkenntnis finde ich dabei ziemlich beruhigend: SEO wird durch AI Search nicht plötzlich überflüssig.

Inhaltsübersicht
Was verändert sich durch AI Search bei Google?
Mit den AI Overviews zeigt Google bei immer mehr Suchanfragen KI-generierte Zusammenfassungen direkt innerhalb der Suchergebnisse an.
Nutzer müssen sich die Antwort auf eine komplexere Frage dadurch nicht mehr zwingend aus mehreren Suchergebnissen selbst zusammensuchen. Google fasst verschiedene Informationen zusammen und zeigt dazu passende Quellen an.
Noch einen Schritt weiter geht der AI Mode.
Hier können wesentlich komplexere Fragen gestellt werden. Nutzer können vergleichen, nachfragen und ihre ursprüngliche Suche immer weiter verfeinern.
Google erklärt in seinem Leitfaden zu KI-Funktionen in der Google Suche, dass dabei unter anderem eine sogenannte Query-Fan-Out Technik zum Einsatz kommen kann.
Vereinfacht gesagt kann Google eine umfangreiche Frage in verschiedene Teilfragen zerlegen und parallel nach passenden Informationen suchen.
Für uns Websitebetreiber ist das durchaus interessant. Ein Beitrag muss dadurch nicht zwingend exakt auf die ursprünglich eingegebene Suchanfrage zugeschnitten sein, um als hilfreiche Quelle entdeckt zu werden.
Müssen wir Reiseblogger jetzt GEO statt SEO machen?
GEO steht für „Generative Engine Optimization“, AEO für „Answer Engine Optimization“. Rund um AI Search begegnen einem diese Begriffe inzwischen ständig.
Doch brauchen wir jetzt wirklich eine komplett neue SEO-Strategie?
Google sagt ziemlich klar: Nein.
Im Mai 2026 hat Google einen eigenen Leitfaden zur Optimierung für generative KI-Funktionen in der Google Suche veröffentlicht.
Darin bestätigt Google, dass die bekannten SEO-Grundlagen weiterhin relevant sind. Die generativen KI-Funktionen der Google Suche basieren auf den zentralen Ranking und Qualitätssystemen der klassischen Google Suche.
Google rät sogar ausdrücklich dazu, bewährte SEO-Strategien gegenüber vermeintlichen AEO oder GEO Hacks zu priorisieren.
Dazu gehören weiterhin eine technisch gut zugängliche Website und hilfreiche, zuverlässige und einzigartige Inhalte.
Auch spezielle KI-Textdateien oder andere vermeintliche Tricks sind laut Google nicht notwendig.
Für mich ist das eine ziemlich beruhigende Erkenntnis.
Wir müssen unsere Blogs nicht plötzlich komplett umbauen, nur weil sich die Darstellung der Google Suche verändert.
Solides SEO bleibt die Grundlage.
Gleichzeitig entstehen bei Google neue Möglichkeiten, die eigene Sichtbarkeit zu stärken. Dazu gehört beispielsweise die Funktion der bevorzugten Quellen bei Google, die ich mir bereits genauer angesehen habe.
Einen Punkt finde ich für Reiseblogs besonders interessant
In seinem neuen Leitfaden spricht Google ausdrücklich von Inhalten, die nicht austauschbar sind.
Im englischen Original verwendet Google dafür den Begriff „non commodity content“.
Und genau darin sehe ich eine große Chance für Reiseblogs.
Eine KI kann innerhalb weniger Sekunden zusammentragen, wie hoch ein Gebäude ist, wann ein Museum öffnet oder welche Sehenswürdigkeiten es in einer Stadt gibt.
Aber diese Informationen kann im Grunde jede Website liefern.
Spannender wird es, sobald eigene Erfahrungen ins Spiel kommen.
Ich kann beispielsweise nicht nur schreiben, welche Orte es auf Island zu sehen gibt. Ich kann erzählen, welche Erfahrungen ich während meiner eigenen zweiwöchigen Reise gemacht habe, welche Strecken länger gedauert haben als erwartet oder für welche Erlebnisse ich rückblickend mehr Zeit einplanen würde.
Google nennt in seinem Leitfaden für generative KI-Funktionen sogar Bewertungen aus erster Hand als Beispiel für Inhalte, die eine einzigartige Perspektive bieten können.
Das ist für uns Reiseblogger eine ziemlich wichtige Aussage.
Eigene Reiseerfahrungen werden noch wertvoller
Generative KI ist ausgesprochen gut darin, vorhandene Informationen zu sammeln, zusammenzufassen und neu zu strukturieren.
Genau deshalb stelle ich mir bei meinen eigenen Reisebeiträgen inzwischen häufiger eine Frage:
Was kann ich zu diesem Thema beitragen, das nicht ohnehin auf hundert anderen Websites steht?
Das können zum Beispiel eigene Erfahrungen vor Ort, persönliche Einschätzungen, konkrete Beobachtungen, selbst gemachte Fehler oder Tipps sein, die du erst während deiner Reise entdeckt hast.
Auch eigene Fotos und nachvollziehbare Empfehlungen gehören für mich dazu.
Natürlich muss nicht jede Information eines Reisebeitrags einzigartig sein.
Öffnungszeiten bleiben Öffnungszeiten. Ein Zug fährt zu einer bestimmten Uhrzeit und ein Eintritt kostet einen bestimmten Betrag.
Der eigentliche Mehrwert entsteht häufig durch die Einordnung dieser Informationen.
Und genau die können wir Reiseblogger besonders gut liefern.

Eigene Reisefotos könnten noch wichtiger werden
Ein weiterer Punkt fällt bei der Diskussion über AI Search manchmal etwas unter den Tisch.
Die Google Suche wird zunehmend multimodal. Menschen suchen also nicht mehr ausschließlich über Text. Bilder und Videos spielen ebenfalls eine immer größere Rolle.
Google empfiehlt Websitebetreibern in seinem Leitfaden für generative KI-Funktionen ausdrücklich, Texte mit hochwertigen und relevanten Bildern und Videos zu unterstützen.
Für Reiseblogger ist das ein Vorteil.
Wir kommen schließlich meistens mit einer ganzen Sammlung eigener Bilder nach Hause.
Und ein eigenes Reisefoto zeigt häufig mehr als nur eine Sehenswürdigkeit.
Eigene Reisefotos können zeigen, wie ein Strand tatsächlich aussieht, wie voll es an einem beliebten Aussichtspunkt ist oder welchen Eindruck ein Hotelzimmer vor Ort macht. Selbst praktische Details wie der Eingang zu einer Sehenswürdigkeit können für die Reiseplanung hilfreich sein.
Solche Bilder können Informationen vermitteln, die sich nur schwer mit einem allgemeinen Stockfoto ersetzen lassen.
Ich würde eigene Reisefotos deshalb heute keinesfalls weniger wichtig einschätzen. Im Gegenteil.
Müssen wir jetzt alle bestehenden Beiträge für AI Search optimieren?
Ich würde nicht anfangen, hunderte alte Beiträge hektisch für AI Search umzubauen.
Google warnt sogar davor, separate Inhalte für jede mögliche Variante einer Suchanfrage oder vermutete Fan-Out-Suchanfragen zu erstellen.
Mehr Seiten bedeuten nicht automatisch mehr Qualität.
Sinnvoller finde ich es, AI Search künftig bei ohnehin geplanten Aktualisierungen mitzudenken.
Dabei können schon einige Fragen helfen:
- Beantwortet mein Beitrag die eigentliche Frage des Lesers?
- Enthält er eigene Erfahrungen oder Einschätzungen?
- Sind wichtige Informationen leicht auffindbar?
- Nutze ich eigene und hilfreiche Bilder?
- Bietet der Beitrag tatsächlich einen Mehrwert gegenüber einer schnellen KI-Antwort?
Damit optimieren wir letztendlich nicht nur für Google.
Wir verbessern gleichzeitig unsere Beiträge für die Menschen, die tatsächlich darauf klicken.
Ich würde deshalb nicht anfangen, hunderte ältere Beiträge nur wegen AI Search umzuschreiben. Gezielte Content-Updates halte ich ohnehin für sinnvoller als Aktualisierungen ohne konkreten Anlass.
Was bedeutet AI Search für den Traffic von Reiseblogs?
Hier wird es etwas unangenehmer.
Wenn Google eine Frage bereits innerhalb der Suchergebnisse beantwortet, gibt es für den Nutzer möglicherweise weniger Gründe, anschließend noch eine Website zu öffnen.
Eine aktuelle Untersuchung von Ahrefs zeigt, wie deutlich dieser Effekt ausfallen kann.
Bei den untersuchten Suchanfragen lag die Klickrate des erstplatzierten organischen Ergebnisses bei vorhandener AI Overview rund 58 Prozent unter dem Wert, der ohne AI Overview zu erwarten gewesen wäre.
Wichtig ist dabei die Einordnung: Die zugrunde liegende Studie basiert auf englischsprachigen Daten. Die Zahl lässt sich deshalb nicht einfach eins zu eins auf jeden deutschen Reiseblog übertragen.
Interessant ist allerdings, wie verbreitet AI Overviews inzwischen auch in Deutschland sind. Ahrefs hat im August 2026 knapp sieben Millionen deutsche Keywords mit mindestens 100 Suchanfragen untersucht. Bei 24 Prozent dieser Keywords erschien eine AI Overview. Bei Suchanfragen mit Informationsabsicht waren es sogar 30,7 Prozent.
Das ist längst kein Randphänomen mehr.
Gerade einfache Informationsfragen könnten deshalb stärker unter Druck geraten.
Umso wichtiger wird es, nicht nur einzelne Rankings zu betrachten. Ich nutze dafür unter anderem die Google Search Console, um die tatsächlichen Keywords meiner Beiträge zu analysieren.
Für mich bedeutet das auch, dass ich den Erfolg eines Blogs nicht ausschließlich anhand von Seitenaufrufen beurteilen möchte.
Newsletter-Anmeldungen, Affiliate-Conversions, wiederkehrende Leser und die tatsächliche Interaktion mit den Inhalten werden mindestens genauso interessant.
Gerade deshalb finde ich es sinnvoll, sich als Reiseblogger nicht ausschließlich von Google abhängig zu machen. Ein eigener Newsletter kann dabei ein wichtiger zusätzlicher Kanal sein.
Endlich können wir AI-Sichtbarkeit in der Search Console messen
Eine Entwicklung aus dem Juni 2026 finde ich besonders spannend.
Google hat neue Leistungsberichte für generative KI in der Search Console vorgestellt.
Damit können Websitebetreiber unter anderem sehen, wie oft ihre URLs in generativen KI-Funktionen angezeigt wurden und welche Seiten dort erscheinen.
Außerdem lassen sich die Daten nach Ländern, Geräten und Zeiträumen betrachten. Dazu gehören unter anderem AI Overviews und der AI Mode.
Bei meinem eigenen Reiseblog ist der neue Bericht bereits verfügbar. Die Zahlen haben mich tatsächlich überrascht: Seit Beginn der für mich verfügbaren Daten Mitte Mai wurden meine Inhalte mehr als 618.000 Mal innerhalb der von Google erfassten generativen KI-Funktionen eingeblendet.
An vielen Tagen verzeichnet mein Blog dabei zwischen 5.000 und 8.000 Impressionen. Damit ist AI Search für mich längst kein theoretisches Zukunftsthema mehr. Meine Reiseinhalte erscheinen bereits heute regelmäßig innerhalb der generativen Google-Suche.
Besonders interessant finde ich, dass ich nun beobachten kann, welche meiner Beiträge dort sichtbar werden und wie sich diese Sichtbarkeit entwickelt.
Allerdings ist der Bericht aktuell noch nicht für jede Website verfügbar. Google stellt ihn zunächst nur einer Teilmenge von Websites zur Verfügung.

Ein Blick auf die einzelnen Seiten ist ebenfalls interessant. Besonders häufig erscheinen bei mir Beiträge, in denen ich konkrete Fragen zur Reiseplanung beantworte. Dazu gehören beispielsweise Kosten einer Reise oder die Frage, wie viel Zeit man für ein Reiseziel einplanen sollte.
Für mich ist das ein weiteres Indiz dafür, dass ausführliche Reisebeiträge mit konkreter Einordnung auch in der generativen Suche ihren Platz haben.
Und was bedeutet AI Search für Affiliate-Marketing?
Auch für Affiliate-Marketing ist diese Entwicklung relevant.
KI-Systeme entwickeln sich zunehmend von reinen Antwortmaschinen zu Werkzeugen, die Nutzer durch verschiedene Schritte einer Entscheidung begleiten können.
Für Reiseblogger bedeutet das meiner Meinung nach vor allem eines: Der Mehrwert rund um unsere Empfehlungen wird wichtiger.
Ein Affiliate-Link allein ist kein Mehrwert. Der Mehrwert entsteht durch den Kontext.
Warum Affiliate-Links häufig trotzdem kaum angeklickt werden und was ich dabei inzwischen anders mache, habe ich in meinem Beitrag über die Klickrate von Affiliate-Links ausführlicher beschrieben.
Warum empfehle ich etwas? Habe ich es selbst ausprobiert? Für wen eignet es sich? Was sollte man vorher wissen?
Wenn ein Leser nach einem Reisebericht denkt: „Genau das möchte ich auch erleben“, ist ein passender Buchungslink lediglich der logische nächste Schritt.
Eigentlich ist das nichts Neues. Gutes Affiliate-Marketing hat schon immer so funktioniert.
Durch AI Search könnte diese Art der authentischen Empfehlung aber noch wichtiger werden.
KI für den eigenen Reiseblog nutzen, statt nur Angst davor zu haben
Bei all den Diskussionen darüber, welchen Traffic KI möglicherweise kostet, vergessen wir manchmal die andere Seite.
Wir können dieselben Technologien selbst nutzen.
Nicht unbedingt, um auf Knopfdruck hunderte neue Reiseartikel zu produzieren.
Google weist in seinen Hinweisen zur Verwendung generativer KI für Website Inhalte darauf hin, dass die massenhafte Erstellung von Seiten ohne zusätzlichen Nutzen gegen die Spam Richtlinien verstoßen kann.
Viel interessanter finde ich KI als Werkzeug im Hintergrund.
Zum Beispiel für Themenrecherche, die Analyse bestehender Beiträge, die Auswertung von Search-Console-Daten, die Strukturierung eigener Reisenotizen, Content-Updates oder die Analyse von Leserfragen.
Die eigentliche Erfahrung und Bewertung bleibt dabei bei mir. KI hilft mir dabei, Informationen schneller auszuwerten, Zusammenhänge zu erkennen und meine Arbeit effizienter zu organisieren.
Mein Fazit: Reiseblogs verschwinden nicht, aber austauschbare Inhalte bekommen ein Problem
Ich glaube nicht daran, dass AI Search das Ende von Reiseblogs bedeutet.
Aber ich glaube sehr wohl, dass sich verändert, warum jemand einen Reiseblog braucht.
Für eine einfache Information brauche ich möglicherweise keinen ausführlichen Blogbeitrag mehr. Eine KI kann mir viele Fakten innerhalb weniger Sekunden zusammentragen.
Wenn ich dagegen wissen möchte, wie sich ein Ort tatsächlich anfühlt, ob sich etwas lohnt, was bei der Planung gern übersehen wird oder welche Erfahrungen jemand vor Ort gemacht hat, wird eine glaubwürdige persönliche Quelle weiterhin wertvoll sein.
Dabei geht es letztendlich wieder um eine Frage, die weit über AI Search hinausgeht: Für wen schreibe ich meinen Reiseblog eigentlich? Denn hilfreicher Content beginnt nicht bei Google, sondern bei den Bedürfnissen der eigenen Leser.
Vielleicht ist genau das sogar eine Chance für Reiseblogs.
Weniger Inhalte produzieren, die theoretisch jeder schreiben könnte. Mehr von dem veröffentlichen, was aus unseren eigenen Erfahrungen entsteht.
Und dabei die SEO-Grundlagen nicht vergessen. Denn eine Aussage zieht sich durch Googles aktuelle Empfehlungen ziemlich deutlich:
SEO verschwindet durch generative KI nicht. Die Suche entwickelt sich weiter und wir Reiseblogger sollten das ebenfalls tun.
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