Unterwegs in der Bretagne: Cancale & La Pointe du Grouin

Heute fahren wir an die Küste der Bretagne, genauer gesagt nach Cancale und La Pointe du Grouin. Es ist Ende März und es scheint die Sonne, also ein perfekter Tag um die Küste der Bretagne zu erkunden. Unsere Unterkunft in der Bretagne ist in Combourg, in etwa 40 Kilometer nördlich von Rennes. Combourg stellt sich daher als eine gute Homebase in der Bretagne heraus. Von hier können wir schließlich gut die interessanten Ortschaften in alle Richtungen erkunden.

Cancale in der Bretagne
Bucht von Cancale

Austernstadt Cancale

Cancale liegt nord-westlich in der Bucht von Mont Saint Michel. Diese kleine Hafenstadt ist bekannt für seine Austernproduktion. Wir fahren etwa 40 Minuten von Combourg bis Cancale. Unser Weg führt somit an der Küste entlang. Schon bevor wir in Cancale ankommen, bietet sich uns ein fabelhafter Ausblick auf die türkise Bucht.

Cancale

Angekommen in Cancale, suchen wir zu nächst einen Parkplatz. Trotz Nebensaison ist der Ort doch sehr belebt und Parkplätze sind rar. Schließlich werden wir fündig. Am Hafen gibt es dann noch wenige kostenpflichtige Parkplätze, pro Stunde werden hier 0,75 Euro abgerechnet.

Sehenswertes in Cancale

Wir laufen am Hafen entlang bis zu den Austernverkaufsständen dem Marché aux Huîtres. Hier werden Austern verkauft zum sofortigen Verzehr. Mit Blick auf das Meer werden hier Austern genossen und die Austernschalen werden dann einfach auf die Steine geworfen.

Cancale Austernstände
Austernverkauf direkt am Wasser

Ich selbst mag Austern nicht so gern, denn glibbrig und salzig-geschmacksneutral ist nicht so nach meinem Geschmack. Ich verzichte, obwohl es die besten Austern in Frankreich sind.

Austern in Cancale
Austernkörbe

Weiter geht es in die obere Stadt, dem Zentrum von Cancale. Hier befindet sich das Rathaus und die Kirche Saint-Méen. Der Kirchplatz mit seinem Brunnen ist wirklich schön. Der Kirchturm kann bestiegen werden, jedoch ist es nicht in der Nebensaison möglich.

Kirche in Cancale
Cancale Kirche

„ouvre le 1st Avril“ – geöffnet ab 1.April

Übrigens, es sind sehr viele Sehenswürdigkeiten in der Bretagne noch im März geschlossen. Überall sehe ich Schilder mit „ouvre le 1st avril“, also öffnet erst alles am 1. April. Einerseits bedeutet dies, es ist recht ruhig überall und nicht mit Touristen überlaufen, aber anderseits konnten wir zum Beispiel nicht ins Fort Latte. Ich denke, das nächste Mal werde ich im April in die Bretagne reisen.

Straße in Cancale
Hafenstraße in Cancale

Es geht nun wieder zum Hafen von Cancale. An der Hafenstraße gibt es viele Restaurants und Geschäfte und somit bummeln wir noch etwas. Schließlich essen wir in einer Créperie bevor wir weiter zum La Pointe du Grouin fahren.

Fernwanderweg GR34, der Zöllnerpfad nahe Cancale

Der Zöllnerpfad GR34 führt die gesamte Küste der Bretagne entlang. So auch von Cancale bis zum Kap La Pointe du Grouin. Dieser Abschnitt ist ungefähr 7 Kilometer lang, aber das ist uns diesmal doch etwas zu viel zum Laufen, da wir mit Mini-Mandy unterwegs sind. Also fahren wir mit dem Auto dorthin.

Der Zöllnerpfad führt vom Mont Saint Michel bis zum Golfe du Morbihan und ist 1800 Kilometer lang. Der Weg wurde 1791 für die französischen Zollbeamte angelegt, damit das Schmuggeln von Waren in den vielen Buchten unterbunden werden konnte. Zum Fernwanderweg GR34 wurde der Zöllnerpfad dann 1907 ernannt.

Der östliche Kap der Bretagne

Es sind nur vier Kilometer Autofahrt bis zu der nördlichen Landzunge an der Smaradküste (Côte d’Émeraude). Direkt am Pointe du Grouin sind nur wenige Parkplätze. Wir haben Glück, es ist einer frei für uns.

Parkplatz la Pointe du Grouin
Parkplatz la Pointe du Grouin

Ein kurzer Fußmarsch und vor uns erstreckt sich schon die Île des Landes in der Bucht von Saint Mont Michel. Wir laufen schließlich bis zur Spitze der Landzunge. Der Wind weht uns um die Nase, die Wellen schlagen gegen die Klippen. Was ist das für ein unglaublicher Anblick!

Île des Landes

Ich bin hin und weg. Das habe ich nicht erwartet. Wir stehen am östlichsten Kap der Bretagne La Pointe du Grouin. Auch hier setzt sich der Fernwanderweg GR34 an der Küste weiter fort. Diesmal folgen wir diesem Abschnitt für ungefähr 1,5 km. Ich kann mich gar nicht satt sehen an dieser atemberaubenden Landschaft.

La Pointe du Grouin

fazinierende Natur am Kap

Die Wellen des Ozeans schlagen immer wieder gegen die Klippen. Die wilde Küste zieht sich endlos, so sieht es zumindest aus. Diese Weite der Natur ist unglaublich faszinierend.

Zöllnerpfad Fernwanderweg GR34
endlose Küste

Immer wieder ist der Pfad nahe am Abhang und gibt den Blick frei auf tiefe Schluchten. Am liebsten möchte ich die gesamte Küste nun ablaufen. Doch wir entscheiden uns  um zukehren zum la Pointe du Grouin, zurück zu unserem Mietauto.

Le Fort du Guesclin

Wir legen noch einen kleinen Stop beim Fort du Guesclin ein. Vom Strand aus haben wir eine gute Sicht auf die Île du Guesclin. Diese kleine Gezeiteninsel liegt nordöstlich von Saint Coulomb und ist in Privatbesitz. Daher kann diese kleine bezauberne Insel nicht besichtigt werden.

Les Dunes du Port

Unser Tag neigt sich zwar so langsam dem Ende, doch wir halten eben noch an einem weiteren Strand an. Les Dunes du Port ist eine kleine Bucht mit einem feinen Sandstrand. Da es gerade mal Ende März ist, sind wir ganz alleine dort. Was für ein großartiges Gefühl. Unser Strand in der Bretagne für ein paar Minuten.

Les Dunes du Port

Es ist Zeit zurück nach Combourg zu fahren. Besonders schöne Tage enden leider bekanntlich besonders schnell, so auch heute. Dieser Teil der Bretagne gefällt mir ausgesprochen gut und macht Lust auf mehr.

La Pointe du Grouin

Du bist in der Bretagne oder Normandie unterwegs bzw. planst eine Reise dorthin? Dann plane auf jeden Fall einen Tagesausflug zum Klosterberg Mont Saint Michel mit ein, damit Du nicht eines der größten Meisterwerke des Mittelalters verpasst.

Ich möchte Dir auch Ben’s Blog Bretagne-Reisefieber ans Herz legen. Er lebt in der Bretagne und gibt echte Insidertipps, dazu gibt es fantastische Fotos.

4 Kommentare

  1. Sehr schöner Bericht. Ein Tipp von mir waere noch ein Stück weiter gen Westen das Fort La Latte. In dieser beeindruckenden Burg ins Meer hineinragend würde 1958 der Film Die Wikinger mit Kirk Douglas und Tony Curtis gedreht.

    1. Lieben Dank Manfred. Tatsächlich wollte ich gern in das Fort la Latte, aber es war zu der Zeit geschlossen 🙁 Dachte mir schon dass ich da was verpasst hab. Muss unbedingt mal nach dem 1. April in diese Region 🙂

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