Mandys Abenteuerwelt

Farmarbeit auf Kangaroo Island- meine Erfahrung

Ich und Farmarbeit, und dass auch noch freiwillig ohne Geld zu verdienen. Das hätte ich mir vor meinem Australienaufenthalt nicht vorstellen können. Nun, es kommt im Leben eben immer anderes als man denkt.

Wir wollen mehr Australien!

Nachdem wir 6 Monate in Perth im Hyatt Hotel gearbeitet hatten, haben wir die Westküste, sowie den Norden und auch Zentralaustralien bereist. Nach dieser ereignisreichen Zeit stand dann für uns fest, ein Jahr Australien reicht uns nicht.

Wie konnten wir es schaffen?

Das zweite Jahr Visum für Australien bekommt man nur wenn man 88 Tage lang Farmarbeit leistet. Zeit genug hatten wir noch, auch wenn es knapp wurde, bis zur Ausreise hatten wir noch drei ein halb Monate. Allerdings schon der Gedanke daran in der gleißenden Hitze Bananen zu pflücken bereitete mir Alpträume. Also was tun? Da kam uns die Idee! Freiwillig arbeiten auf einer Farm. Für ein paar Stunden am Tag arbeiten und dafür im Austausch Unterkunft und Essen gestellt bekommen. Unsere Ersparnisse sahen gut aus und schließlich konnten wir auf einer Farm ja auch kein Geld ausgeben. In Adelaide machten wir uns dann an die Planung. Über HelpX wurden wir dann auch schnell fündig. Eine Farm auf Kangaroo Island sollte es sein, um genau zu sein : Paul’s Place. Nicht einfach nur eine Farm, nein es ist auch noch ein Wildlife Park. Die Insel selbst wollten wir eh gerne besuchen. Auf ging es: erst mit einem Bus von Adelaide nach Cape Jervis und dann mit der Fähre Sealink rüber nach Pennshaw auf Kangaroo Island. Schließlich wieder mit einem Bus nach Kingscote. Also machbar!

Argwohn auf der Insel

Die Nacht verbrachten wir in einem Hostel in Kingscote, denn am Morgen sollten wir von unserem Host abgeholt werden. Der Besitzer von dem Hostel war sehr nett und fragte uns schließlich was wir denn auf der Insel machen wollten. So erzählten wir, das wir zu Paul’s Place wollten zur Farmarbeit. Die Reaktion des Hostelbesitzers war nicht so wie wir uns das gewünscht hätten. Er erzählte uns, dass bereits viele Backpacker schnell von dort wieder nach Kingscote gekommen sind, da ihre Erfahrung dort nicht so gut war. Schließlich sagte er uns, wenn wir die Farm wieder verlassen wollten, könnten wir ihn auch anrufen. Ohje, worauf hatten wir uns da nur eingelassen?

Erste Eindrücke

Pünktlich um 10Uhr wartete wir am Treffpunkt, jedoch kam zunächst niemand. Katja rief uns dann an, entschuldigte sich dass sie etwas spät dran ist und erst um 16Uhr da sein kann. Naja, ist ja kein Problem und nett hat sie sich am Telefon auch angehört. So verbrachten wir den Tag entspannt in Kingscote. Schließlich traf Katja ein, auf der Rückbank ihre Tochter Sunny. Die Kleine hatte ich gleich uns Herz geschlossen. Alle zusammen gingen wir noch vor der Abfahrt in den Supermarkt zum Einkaufen. In Kingscote ist nämlich der einzige Supermarkt in der Gegend. Mit dem Auto fuhren wir dann gemeinsam zur ca. 40 Minuten entfernten Farm.

Unser erster Eindruck: Chaotische Farm, aber die Familie ist sehr nett und wir fühlten uns sehr willkommen. Unsere Unterkunft war eines der Cottages die sie auch vermieten von Waves and Wildlife. Wunderschön und gemütlich! Jeden Abend konnten wir von unserer Terrasse aus die vielen wilden Kängurus beobachten.

Das Arbeiten auf der Farm

Eine unserer Hauptaufgaben war es die Cottages sauber zu machen, wenn Gäste abgereist sind. Da wir beide ja aus der Hotellerie kommen, war dies kein Problem. Dimitri machte den Wohnbereich und ich kümmerte mich um die Badezimmer. Teamwork eben. Nachmittag fuhren wir mit dem uns gestellten Auto zur Farm. Pauls’s Place hat regelmäßig Führungen für Touristen auf der Farm. Dabei haben wir ebenfalls geholfen. Ich hatte oft eine Eidechse in der Hand, die von den Touristen angesehen und angefasst werden durfte. Dimitri hatten öfters das Opossum oder eine der Schlangen.

Außer Zimmer putzen, habe ich Laub gefegt, Disteln entwurzelt, Unkraut gezupft im Garten, bin Einkaufen gefahren und habe die Käfige der Meerschweinchen gereinigt. ich habe außerdem viele Zeit mit der kleinen Sunny verbracht. Dimitri musste oft auch irgendwelche Löcher auf dem Feld graben, oder auch Laub fegen, Unkraut zupfen oder was sonst so für Arbeit auf der Farm anfiel. Die Arbeit im Freien war oft anstrengend, tat aber auch gut.

Kühe und Schafe eintreiben

Aufregend wurde es für uns, als wir die Kühe eintreiben sollten. Gar nicht so einfach. Das Farmland ist hügelig und wir mussten hoch und runter hinter den Kühen herlaufen. Wirklich anstrengend, aber es war eine tolle Erfahrung. Besser gefallen hat mir aber das Schafe eintreiben. Schafe sind einfacher als Kühe, da Schafe der Herde folgen, man muss nur dafür sorgen das sie auf dem Weg bleiben. Bei Kühen kann es sein, dass eine Kuh dich ansieht und entweder auf dich zurennt oder aus der Herde ausbricht. Beides jedenfalls nicht lustig, da höchstwahrscheinlich eine weitere Kuh oder sogar mehrere weglaufen, und man fängt wieder von vorne an.

Unbezahlbare Momente

Die Farmarbeit und das Leben mit den Tieren war doch etwas besonderes für mich, so bin ich doch in der Stadt groß geworden. Es gibt Momente, die werde ich sicher nie vergessen. So hat mir doch ein Papagei im Gehege immer wieder die Schnürsenkel aufgezogen, damit ich ja nicht wieder raus komme aus dem Gehege. Bei den Kängurus bin ich einen Tag mit einem großen Eimer Heu durchgelaufen, so konnte ich doch nicht ahnen das Kängurus Heu so sehr mögen. Das niedliche Känguru stoppte mich und hielt sich am Eimer fest. Ich hätte nie gedacht, dass dieses doch recht kleine Tier so viel Kraft hat. Beim Festhalten sollte es nicht bleiben. Schließlich fing es an zu springen und mich dabei zu treten. Blitzartig ließ ich den Eimer los und rannte zum Zaun um rüber zuspringen. Natürlich bin ich danach nie wieder mit Heu durch den Kängurubereich gelaufen. Aber was für ein Erlebnis! Auch das Kühe und Schafe eintreiben wird mir immer gut in Erinnurung bleiben.

Resumé der Farmarbeit

An manchen Tagen haben wir tatsächlich 12 Stunden gearbeitet. Oft hat es uns nichts ausgemacht, manchmal natürlich schon. Nicht alle Tage waren durchweg positiv. Einige Tagen waren wirklich körperlich anstrengend, meistens jedoch waren wir mit Spaß bei der Sache. Als Belohnung für unsere harte Arbeit haben uns die Hosts eine zweitägige Kangaroo Island Tour gesponsert. So haben wir dann die Insel uns anschauen können.

Veränderung: weitere Backpacker arbeiten mit auf der Farm

Nachdem wir ca. drei Wochen auf der Farm waren, kamen noch weitere Backpacker zum Arbeiten. Insgesamt waren wir nun sieben Backpacker. Dieser Fakt hat alles etwas verändert. Vorher sind Katja und Paul (die Farmhosts) mit uns doch sehr familiär umgegangen, dies änderte sich nun schlagartig. Das war wirklich schade. Als wir nur zu Zweit dort waren, haben wir manchmal zusammen zu Abend gegessen. Einmal nahm Paul uns sogar mit zum Fischen. Das war toll. Mit so vielen Backpackern war dies nun nicht mehr möglich. Natürlich mochten wir die anderen gern, und haben auch gern mit ihnen zusammen gearbeitet. Jedoch wurden wir insgesamt mit der Situation etwas unzufrieden und mussten uns überlegen was wir nun tun wollten. Insgesamt waren wir zwei Monate letztendlich auf dieser Farm. Wir brauchten dann aber einfach eine Veränderung. So entschlossen wir uns weiterzuziehen. Diesmal sollte es Farmarbeit in Tasmanien sein, genauer gesagt eine Olivenfarm im Norden Tasmaniens. Hier hatten wir eine durchweg positive Erfahrung, darüber könnt ihr dann im nächsten Beitrag lesen.

Hast Du auch schon mal auf einer Farm gearbeitet und hast ähnliche Erfahrungen sammeln können? Oder war Dein Erlebnis ganz anders? Schreib mir doch, gern möchte ich mehr darüber erfahren!

Ich werde von einem Reh verfolgt!

2 Kommentare

  • Carola

    Hi Mandy,
    ich mag diesen Artikel sehr. Ich war selbst als 16-jährige mal ein paar Wochen in Australien, bin seither schwer verliebt und wäre am liebsten dort geblieben. Schade, dass es so weit weg ist.

    12 Stunden Arbeit auf einer Farm stelle ich mir sehr anstrengend vor. Aber wie du deine Erfahrungen mit den ganzen Tieren beschreibst – unbezahlbare Momente. Ganz großartig.

    Viele liebe Grüße
    Carola

    Antworten
    • Mandy Mill

      Hallo Carola, ja 12 Stunden sind schon anstrengend, aber ich erinnere mich fast nur noch an die schönen Momente und das zählt. Alles Gute für Dich und hoffentlich kannst Du irgendwad noch einmal nach Australien. Liebe Grüße, Mandy

      Antworten

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