meine 2 Tage Kopenhagen und die skandinavische Lässigkeit

Kopenhagen ist die Hauptstadt von Dänemark und ist ein wunderbares Reiseziel für ein Wochenende. Von Berlin ist die Flugzeit gerade mal eine Stunde, so fliegen wir Samstag früh hin, und Sonntag Abend zurück. So ist zumindest der Plan für 2 Tage Kopenhagen. In meinem Beitrag so erlebst Du Kopenhagen richtig gebe ich Dir 7 Tipps wie Du am besten die Lebendigkeit der Stadt entdeckst und die skandinavische Lässigkeit selbst erleben kannst.

2 Tage Kopenhagen - Nyhavn

Anreise mit Hindernissen und Spannung

Samstag morgen um 6 Uhr sitzen wir schon am Flughafen Berlin-Tegel. Die Anzeigentafel prophezeit eine Verspätung von über zwei Stunden. So habe ich mir den Start in das Wochenende nicht vorgestellt. Eigentliche Ankunftszeit in Kopenhagen ist 8.40 Uhr, daher buchte ich eine Segway Tour zu 11 Uhr. Diese kann ich nun absagen, das wird wohl nichts. Die Entschädigung von Easyjet ist ein Gutschein für 4,50 Euro pro Person für den Flughafen. Mit diesem großzügigen Gutschein kaufen wir uns je einen Orangensaft um die zwei Stunden zu überbrücken. Die neue Boardingzeit verschiebt sich ein weiteres Mal nach hinten. Ich beginne zu hoffen, dass wir nun über drei Stunden später in Kopenhagen ankommen werden. Warum wohl? Na dann können wir eine Entschädigung von 250 Euro pro Person geltend machen. So lohnt sich diese Wartezeit wenigstens. Gegen 10.30 Uhr beginnt das Boarding, alle Passagiere steigen in einen Bus ein. Der Bus schließt nicht seine Türen, sondern lässt uns noch ein paar Minuten warten. Das ist gut, nun zählt jede Minute. Die 2 Tage Kopenhagen fangen ja nicht gerade gut an, aber wenn Easyjet zahlt, warte ich doch gern noch ein paar Minuten.

2 Tage Kopenhagen

Glück im Unglück?

Der Bus fährt uns zum Flugzeug und wir steigen alle langsam an. Viele Sitzplätze bleiben leer. Ein Steward begrüßt uns an Board und entschuldigt sich für die dreistündige Verspätung. Die Flugzeit nach Kopenhagen beträgt heute 45 Minuten. Es ist 10.50 Uhr, das Flugzeug fährt langsam auf die Startbahn. Ich drücke weiterhin die Daumen, dass wir nach 11.40 Uhr in Kopenhagen ankommen. Der Flug ist unspektakulär und ich schlafe sogar ein wenig. Schließlich der Landeanflug, um 11.40 Uhr sind wir auf der Landebahn. Im Flughafengebäude von Kopenhagen suche ich die Ankunftsmonitore, ich will es nun wissen. Laut Monitor ist die Ankunft um 11.42 Uhr gewesen! Yeah! Was für ein Glück im Unglück mal wieder. Wir freuen uns, so hat sich die verlorene Zeit wenigstens bezahlt gemacht. Nun kann aber der Städtetrip 2 Tage Kopenhagen richtig beginnen.

Fahrt in die Innenstadt von Kopenhagen

Die Metrolinie M2 finden wir schnell. Ich kaufe uns Fahrscheine zu je 36 Kronen (ca. 5 Euro). Die Fahrt ist rasant, schließlich sind wir schon kurz nach 12 Uhr an der Station Kongens Nytorv. Hier in der Nähe ist unser Hotel, das Wakeup*. Die Lage des Hotels ist ausgezeichnet. Es sind nur wenige Gehminuten zum Nyhavn und zum Stadtkern. Alles ist schnell erreichbar.

Stadtzentrum von Kopenhagen

Zu Fuß laufen wir durch das Stadtzentrum, essen einen typischen Hotdog auf dem Amagertovn Platz und finden dann auch noch ein Café mit Dachterrasse. Der Kaffee bei Original Coffee Ostergade ist ausgesprochen gut und die Aussicht ist auch ziemlich genial.

2 Tage Kopenhagen Platz

Die Innenstadt besteht fast nur aus Fußgängerzonen mit Einkaufsmöglichkeiten. Die Stroget Straße ist die Haupteinkaufsstraße von Kopenhagen. Hier haben alle bekannten Marken und Firmen einen Shop. Zwischendurch gibt es auch den einen oder anderen Souvenirladen. Da kaufe ich doch direkt schon mal meinen Fingerhut für die Sammlung.

Schließlich kommen wir am Rådhuspladsen mit dem roten Rathaus an. Auf diesem Platz werden oft Demonstrationen, Kundgebungen oder auch Konzerte veranstaltet. Heute ist nur eine Gruppe junger Männer dort, die ihr Bier trinken und laute Punkmusik spielen.

Rathaus Kopenhagen

Auf der anderen Straßenseite befindet sich der berühmte Trivoli. Wir verzichten auf einen Besuch dort, stattdessen laufen wir nun zur Insel Slotsholmen. Hier befindet sich der Christiansborg Palast und das Thorvaldsens Museum. Dieses Museum ist das älteste Museumsgebäude von Kopenhagen. Auffällig ist die Quadriga auf dem Dach: Siegesgöttin Victoria mit dem Vierspänner. Erinnert doch stark an unser Brandenburger Tor.

Alternativtour durch Kopenhagen

Es nun fast 15 Uhr. Wir haben uns vorab eine 3-stündige Alternativtour gebucht. Mit 25 Personen ist die Gruppe doch sehr groß und so gar nicht hyggelig. Unser Guide ist eine nette Waliserin. Es geht zu nächst zum Bahnhof. Unter anderem kommen wir am ersten Hochhaus von Kopenhagen vorbei.

Kopenhagen SAS

Schon bald halten wir wieder in einer Seitenstraße nahe des Bahnhofs. Unser Guide gibt uns einen kurzen Abriss über die Geschichte des Viertels. Wir betreten nun das Rotlichtviertel von Kopenhagen. Gut das unser Guide dies öfters mitteilt, denn viel zu sehen gibt es hier nicht. Wenige Erotikgeschäfte, zwei Prostituierte auf der Straße. Bei Rotlichtviertel habe ich direkt an so etwas wie in Amsterdam gedacht. Dieses Viertel hier in Vesterbro sieht doch sehr gepflegt aus. Hätte ich es nicht gewusst dass wir im Rotlichtviertel sind, wäre es mir nicht aufgefallen. In Berlin sind Erotikgeschäfte ja keine Seltenheit. Ich bin enttäuscht von der Tour, aber es steht ja noch das Fleischverpackungsviertel und Christianshavn auf der Agenda. Das Fleischverpackungsviertel ist durchaus sehenswert. Hier sind in den alten Fabrikgebäuden nun zahlreiche Bars, Restaurants und Clubs angesiedelt. Fleisch wird hier nur noch in einer kleine Fabrik verpackt, ansonsten ist es nun ein hipper Ort mit Club, Bars und Restaurants in Kopenhagen. Ich hatte mir Streetart erhofft, aber davon war nicht viel zu sehen. Wirklich Schade.

Fleischverpackungsviertel Kopenhagen

Christianshavn und Christiania

Weiter geht es mit der Metro nach Christianshavn. Dieses Stadtviertel liegt auf einer kleinen Insel. Die Erlöserkirche mit dem gewundenen Turm ist ein Highlight im Viertel. Vor der Hauptakttraktion Christiania endet die Alternativtour, denn dort dürfen keine Touren stattfinden. Wir gehen natürlich direkt mal rein und schauen uns das Ganze an. Diese autonome Gemeinde wurde schon 1971 gegründet. Heute ist hier unter anderem ein Markt für verschiedene Kannabissorten. Wir laufen an den Ständen vorbei und können es nicht fassen. In wie weit das nur Kannabis ist kann ich nicht sagen, da ich mich damit null auskenne und die finsteren Typen hinter den Ständen wollte ich nun wirklich nicht fragen. Das Fotografieren ist hier nicht erlaubt, da der Verkauf von Drogen illegal ist und die Verkäufer auf keinen Fall wiedererkannt werden möchten. Einige der Männer tragen sogar Gesichtsmasken. Ich fühle mich hier gar nicht wohl. Weiter hinten in Christiania ist eine Open Air Bühne. Davor treffen sich Einheimische und Touristen in entspannter Atmosphäre und trinken Bier (der eine oder andere raucht hier natürlich auch Kannabis). Die ganze Aufmachung des „Dorfes“ erinnert mich ein wenig an den Teufelsberg in Berlin. Allerdings steht in Berlin die Kunst im Vordergrund. Aber auch hier in Christiania finde ich etwas Kunst im Park.

Kopenhagen Christiania

Nahe am Ausgang befindet sich ein Gebäude mit kommerziellen Restaurants. Wir entscheiden uns für den Thai. Das Essen schmeckt hier ganz gut. Nach dem Abendessen laufen wir zurück zur Innenstadt, dann am Nyhavn vorbei und schließlich geht es ins Hotel Wakeup Copenhagen. Das Hotelzimmer ist sehr einfach gehalten, aber zweckmäßig.

Tag 2 im sonnigen Kopenhagen

Die Sonne lacht, am Himmel ist nicht eine Wolke. Wir starten mit einem Frühstück im Coffeeshop und laufen zum Nyhavn. Dort steigen wir in ein Stadtrundfahrtenboot. Diese eine Stunde Fahrt hat sich wirklich gelohnt. So haben wir nun einen bessere Überblick über die verschiedenen Inseln der Stadt. Kopenhagen vom Wasser

Zurück in Nyhavn leihen wir uns zwei Fahrräder aus. Kopenhagen ist ja eine wahre Fahrradstadt. Die Radwege sind breit und gut ausgebaut. Am Vortag hatte ich mir die App Donkeyrepublic runtergeladen. Es hat alles super geklappt, einfach und unkompliziert. Ohne Plan aber nicht planlos, radeln wir  zu nächst zur kleinen Meerjungfrau, da wir sie ja bei der Bootsfahrt nur von hinten sehen konnten. Auf dem Weg halten wir für ein kühles Getränk im Liegestuhl an. Was für ein perfekter Tag bisher!

2 Tage Kopenhagen

Bei der kleinen Meerjungfrau ist viel los, aber das war ja zu erwarten. Die Meerjungfrau is wirklich klein, schon verwunderlich wie so kleine Statuen so viel Berühmtheit erlangen können. Das kleine Mannekin Pis in Brüssel hat es ja auch geschafft.

mit dem Rad unterwegs

Wir folgen dem Weg am Wasser entlang bis wir zum Ende gelangen. Von hier sehen wir die Cruise-Terminals. Über Midtermolen fahren wir nun zum Kastellet und dann weiter zum Rosengarten. Rosen blühen hier zwar noch nicht aber es ist dennoch ein wunderschöner Park.

Rosengarten Kopenhagen

Vor dem botanischen Garten parken wir unsere Fahrräder und laufen gemütlich durch die Gewächshäuser und die Anlage. Leider gibt es in keinem der Parks etwas zu essen, so holen wir uns Hotdogs am belebten Norreport. Mit unseren Drahteseln fahren wir nun zum anderen Ende der Stadt. Wir erkunden die Insel Holmen und sehen uns noch mehr von Christianshavn an. Nahe von Christiania gibt es ein Waffelgeschäft. Da müssen wir uns eine Bubble-Waffel mit Eis gönnen. Verdammt lecker, aber beim Preis von 9 Euro ist das wohl zu hoffen. Eigentlich wollten wir die Kalorien beim Aufstieg auf die Erlöserkirche verbrennen, aber die war um 15.30 Uhr bereits geschlossen. So ein Pech. Da habe ich wohl die Zeit aus den Augen verloren.

Kopenhagen von oben

Ich sehe mir so gerne Städte von oben an, also düsen wir wieder rüber zur Innenstadt. Hier ist der runde Turm und der ist noch geöffnet. Der Aufstieg ist leicht, da es ein Schneckengang ist, der 7,5 Mal um den Kern des Turmes führt. Oben angelangt, führen enge Stufen zur Aussichtsplattform. Meine Waffel mit Eis habe ich dabei nicht abtrainiert, aber die Aussicht aus knapp 35 Meter Höhe ist trotzdem ausgezeichnet.

Kopenhagen vom Rundem Turm

Ein wunderbares Wochenende endet

Da wir noch immer Zeit haben bis wir zum Flughafen müssen, fahren wir nun durch das Rotlichtviertel und Fleischverpackungsviertel. Ich dachte vielleicht haben wir ja bei der Alternativtour nur nicht richtig hingesehen. Aber nein, dass Rotlichtviertel ist wirklich nur eine Straße, die zudem sehr beschaulich aussieht. Schließlich durchqueren wir noch einmal die Stadt und parken unsere Fahrräder an der Station Kongens Nytorv, um von dort mit der Metro zum Flughafen zu fahren. Die Metro ist wirklich ausgesprochen schnell, in weniger als 30 Minuten sind wir schon da. Tja, wie es beginnt so endet es: unser Flug hat wieder Verspätung. Glücklicherweise „nur“ eine Stunde. Danke Easyjet, eine Verlängerung unseres Aufenthaltes am Flughafen von Kopenhagen ist nicht nötig. 2 Tage Kopenhagen sind nun leider schon zu ende.

Abschließende Gedanken zu 2 Tage Kopenhagen

Kopenhagen hat mir ausgesprochen gut gefallen. Mit Sonnenschein ist ja bekanntlich alles schöner, ich denke aber auch im Regen hat diese Stadt ihren Reiz. Diese skandinavische Lässigkeit ist einfach überall zu spüren. Irgendwie hat alles seine Ordnung aber immer schwingt eine gewisse Leichtigkeit mit. Mit dem Fahrrad in Kopenhagen unterwegs zu sein ist so schön einfach. Hier fällt es sehr leicht sich treiben zu lassen. Ich komme auf jeden Fall wieder, schließlich möchte ich mir so gerne die Paläste noch von Innen ansehen und auch das eine oder andere Museum. Hast Du Tipps für meinen nächsten Besuch in Kopenhagen?

und du

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