Thingvellir (isländisch: Þingvellir) gehört zu den Orten in Island, die fast jeder besucht – und genau deshalb unterschätzt man ihn schnell. Der Thingvellir Nationalpark bietet jedoch weit mehr, als man auf den ersten Blick vermuten würde.
Denn auf den ersten Blick wirkt der Park gar nicht spektakulär. Kein riesiger Wasserfall, kein rauchender Vulkan. Und trotzdem stehst du plötzlich mitten zwischen zwei Kontinentalplatten – und merkst: Dieser Ort ist anders.
Ich war selbst dort und war zuerst überrascht, wie ruhig dieser Ort wirkt – und genau deshalb habe ich ihn am Ende so in Erinnerung behalten.
In diesem Guide zeige ich dir, was du im Thingvellir Nationalpark wirklich sehen solltest, wie du deinen Besuch sinnvoll planst – und worauf du achten solltest.

Inhaltsübersicht
Für Eilige: Thingvellir auf einen Blick
Wenn du gerade planst und schnell entscheiden willst:
- Lage: ca. 45 Minuten von Reykjavik entfernt
- Teil des Golden Circle (perfekt kombinierbar)
- Zeit einplanen: mindestens 2–3 Stunden
- Highlights: Kontinentalplatten, Öxarárfoss, Silfra-Spalte
- Schwierigkeit: einfache Wege, gut ausgebaut
Mein Tipp: Plane Thingvellir nicht nur als kurzen Fotostopp ein – sondern nimm dir bewusst Zeit für einen kleinen Spaziergang durch die Spalte.
Lage und Anreise
Thingvellir liegt am Nordufer des Þingvallavatn-Sees, etwa 45 Kilometer von Reykjavik entfernt.
Die Anfahrt ist unkompliziert:
- über die Route 1 Richtung Norden
- dann auf die Route 36
- gut ausgebaute Straße, ganzjährig befahrbar
Der Nationalpark ist perfekt ausgeschildert, und es gibt mehrere Parkplätze, von denen du direkt zu den wichtigsten Spots kommst.
Wichtig für deine Planung: Thingvellir ist Teil des Golden Circle und lässt sich ideal mit Geysir und Gullfoss kombinieren.
Wenn du keinen Mietwagen hast, kannst du den Park auch im Rahmen einer Golden Circle Tour ab Reykjavik besuchen.*

Was ist der Golden Circle?
Der Golden Circle ist die bekannteste Route in Island – und gerade für eine erste Reise extrem praktisch.
Typische Stopps sind:
- Thingvellir Nationalpark
- Geysir und das Haukadalur-Gebiet
- Gullfoss Wasserfall
- oft zusätzlich: Kerið-Krater oder Secret Lagoon
Der Vorteil: Du bekommst mehrere Highlights an einem Tag – ohne lange Fahrzeiten.
Wenn du deine Route gerade planst, schau dir unbedingt meine komplette Island Rundreise in 2 Wochen an – dort zeige ich dir, wie du den Golden Circle sinnvoll in deine Reise einbaust.

Was macht Thingvellir so besonders?
Thingvellir ist kein klassischer „Wow-Spot“. Und genau deshalb wirkt er oft unterschätzt.
Hier passiert etwas, das du sonst kaum sehen kannst: Du bewegst dich zwischen der nordamerikanischen und der eurasischen Kontinentalplatte.
Diese driften jedes Jahr ein kleines Stück auseinander – und genau das formt die Landschaft, durch die du dort läufst.
Dazu kommt:
- weite, offene Landschaft
- klare Seen
- vulkanisches Gestein
- und eine besondere Ruhe – trotz vieler Besucher
Die wichtigsten Highlights im Thingvellir Nationalpark
Damit du vor Ort nicht einfach nur „irgendwo herumläufst“, zeige ich dir jetzt die wichtigsten Highlights im Thingvellir Nationalpark – übersichtlich und sinnvoll für deine Planung. Diese drei Spots solltest du auf keinen Fall verpassen:
1. Almannagjá-Schlucht
Das ist der bekannteste Bereich im Park – und gleichzeitig der beste Einstieg.
- gut angelegte Wege
- leicht zu laufen
- beeindruckendes Gefühl, zwischen zwei Kontinenten zu stehen
Mein Tipp: Geh hier nicht nur kurz durch, sondern bleib stehen, schau dich um und nimm dir bewusst Zeit.
2. Öxarárfoss Wasserfall
Ein kleiner, aber sehr schöner Wasserfall mitten in der Schlucht.
- leicht erreichbar über Holzstege
- perfekt als kurzer Zwischenstopp
- besonders schön im Winter mit Eisformationen
3. Silfra-Spalte
Einer der außergewöhnlichsten Orte im Park.
Hier kannst du:
- schnorcheln oder tauchen
- zwischen zwei Kontinentalplatten schwimmen
- in extrem klarem Wasser mit bis zu 90 Metern Sicht
Ich sage es dir ehrlich: Das Wasser ist eiskalt. Aber genau das macht die Erfahrung so besonders.
Wenn du es ausprobieren willst, lohnt sich eine geführte Schnorcheltour an der Silfra-Spalte*. Die Tour ist gut organisiert und auch für Anfänger geeignet – du brauchst also keine Vorerfahrung, solltest aber kein Problem mit kaltem Wasser haben.
Mehr besondere Naturerlebnisse findest du auch in meinem Beitrag zur Myvatn Region in Island, die nochmal eine ganz andere Seite des Landes zeigt.
Wie viel Zeit solltest du einplanen?
Das hängt stark davon ab, wie du reist.
Minimal (schneller Stop):
- 1–1,5 Stunden
- Aussichtspunkt + kurzer Spaziergang
Empfohlen:
- 2–3 Stunden
- Almannagjá + Wasserfall + Zeit zum Erkunden
Mit Aktivität (z. B. Schnorcheln):
- halber Tag oder länger
Mein Tipp: Plane lieber etwas mehr Zeit ein – Thingvellir wirkt am besten, wenn du dich nicht durch den Park hetzt.

Bedeutung des Thingvellir Nationalparks
Thingvellir ist nicht nur landschaftlich besonders, sondern auch historisch einer der wichtigsten Orte Islands.
Genau hier wurde im Jahr 930 das erste Althing gegründet – das isländische Parlament. Und das Beeindruckende daran: Es existiert bis heute und gilt als das älteste noch bestehende Parlament der Welt.
Wenn du durch die Schlucht läufst, bewegst du dich also nicht nur zwischen zwei Kontinentalplatten, sondern auch an einem Ort, an dem vor über tausend Jahren Geschichte geschrieben wurde.
Das gibt dem Besuch nochmal eine ganz andere Tiefe – selbst wenn du eigentlich „nur wegen der Natur“ hier bist.
Besucherzentrum Thingvellir Nationalpark
Das Besucherzentrum liegt in der Nähe des Hauptaussichtspunkts und ist ein guter Startpunkt für deinen Besuch. Hier bekommst du nicht nur Informationen zur Region, sondern auch eine gute Orientierung für deine Route durch den Park.
Die besten Wege im Thingvellir Nationalpark
Du musst hier keine lange Wanderung planen – viele der schönsten Spots erreichst du über kurze, gut ausgebaute Wege.
Almannagjá-Schlucht: Der Klassiker im Park. Ein einfacher Spaziergang, der dich direkt zwischen die Kontinentalplatten führt.
Öxarárfoss-Wasserfall: Ein kurzer Weg über Holzstege bringt dich direkt zum Wasserfall – perfekt kombinierbar mit der Schlucht.
Freies Erkunden: Abseits der Hauptwege findest du immer wieder ruhigere Ecken. Wenn du etwas mehr Zeit hast, lohnt es sich, einfach ein Stück weiterzugehen.

Nahe vom Thingvellir Nationalpark übernachten
Die meisten besuchen Thingvellir als Tagesausflug von Reykjavik – und das funktioniert auch gut.
Wenn du es entspannter angehen willst, kannst du auch in der Nähe übernachten:
- Unterkünfte in Reykjavik – gute Basis für den Golden Circle
- Bubble Hotel* („5 Millionen Sterne“) – besonderes Erlebnis in der Natur
Wenn du tiefer in die Planung einsteigen willst, findest du hier meine Tipps zu Unterkünften in Island – inklusive Empfehlungen für verschiedene Regionen und Budgets.

Tipps für den Besuch von Thingvellir Nationalpark
Damit dein Besuch wirklich entspannt wird:
1. Wetter einplanen
Das Wetter kann sich schnell ändern – Sonne, Regen und Wind sind oft nah beieinander.
2. Gute Schuhe tragen
Die Wege sind zwar einfach, aber je nach Wetter rutschig oder matschig.
3. Zeit bewusst nutzen
Viele laufen nur kurz durch – wenn du dir etwas mehr Zeit nimmst, wirkt der Ort ganz anders.
4. Abstand halten
Es gibt nicht überall Absperrungen – gerade an Kanten solltest du vorsichtig sein.

Lohnt sich der Thingvellir Nationalpark?
Ja – aber anders, als du vielleicht denkst. Thingvellir ist kein Ort, der dich sofort überwältigt. Er ist eher ruhig, weit und fast ein bisschen unspektakulär auf den ersten Blick.
Aber genau das macht ihn besonders.
Wenn du bereit bist, dich darauf einzulassen, bekommst du:
- ein echtes Gefühl für Islands Geologie
- eine Landschaft, die sich ständig verändert
- und einen Ort, der nicht laut beeindrucken muss
Für mich war Thingvellir kein Highlight wegen eines einzelnen Spots – sondern wegen des Gesamtgefühls. Und genau das bleibt am Ende hängen. Wenn du Island nicht nur sehen, sondern wirklich verstehen willst, ist Thingvellir einer der Orte, an denen genau das passiert.
FAQ zum Thingvellir Nationalpark
Für einen entspannten Besuch solltest du etwa 2 bis 3 Stunden einplanen.
Wenn du zusätzlich schnorcheln möchtest oder mehrere Wanderungen machen willst, lohnt sich auch ein halber Tag.
Ja – vor allem, wenn du den Golden Circle erkundest.
Thingvellir ist kein klassisches „Wow-Highlight“, aber genau das macht ihn besonders. Die Kombination aus Landschaft, Geschichte und Geologie macht den Besuch einzigartig.
Ja, genau das macht den Park so besonders.
Du kannst durch die Almannagjá-Schlucht laufen, die sich zwischen der nordamerikanischen und der eurasischen Kontinentalplatte befindet.
Der Eintritt in den Nationalpark ist kostenlos.
Allerdings fallen Parkgebühren an, die du vor Ort bezahlen musst.
Thingvellir kannst du das ganze Jahr über besuchen.
Im Sommer hast du lange Tage und gute Bedingungen zum Wandern, im Winter wirkt die Landschaft ruhiger und teilweise sogar noch beeindruckender.
Wenn du gerade deine Reise planst, lohnt sich auch ein Blick auf meine Island Rundreise in 2 Wochen – dort findest du eine komplette Route, die du direkt für dich übernehmen kannst.
- Westfjorde Island – Naturwunder abseits der Ringstraße (perfekt, wenn du mehr Zeit hast und Island intensiver erleben willst)
- Blaue Lagune Island – lohnt sich der Besuch wirklich oder gibt es bessere Alternativen?
- Secret Lagoon Island – entspannte Alternative zur Blue Lagoon?

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Hallo Marie, na im Winter ist Island sicher nochmal ein ganz anderes Erlebnis! Da hast du schon recht, der Park gehört schon zu den Must-See’s. Dennoch denke ich, dass es in Island einfach noch beeindruckende Regionen gibt als diesen Park. Je nach Aufenthaltsdauer sollten man sich also überlegen was genau man sehen und erleben möchte 🙂 Liebe Grüße, Mandy