Ein Reisetagebuch zu schreiben gehört für mich schon seit Jahren zu jeder Reise dazu. Rückblickend bin ich darüber besonders froh, denn beim Durchblättern kommen selbst kleine Erlebnisse zurück, die ich längst vergessen hatte. Für mich sind meine Reisetagebücher deshalb einige der schönsten Andenken an vergangene Reisen.
Doch was schreibt man eigentlich in ein Reisetagebuch und wie fängt man am besten an? Du brauchst dafür weder besonders schön schreiben noch zeichnen zu können. Wichtig ist vor allem, die Erinnerungen festzuhalten, die dir persönlich etwas bedeuten.
In diesem Beitrag zeige ich dir 15 kreative Ideen für dein Reisetagebuch, gebe dir praktische Tipps zum Schreiben und Gestalten und zeige dir anhand eines Beispiels, wie ein Eintrag aussehen kann.

Inhaltsübersicht
Für Eilige: So schreibst du ein Reisetagebuch
- Fang einfach an: Notiere Datum, Ort und die Erlebnisse, an die du dich später erinnern möchtest.
- Schreibe persönlich: Gefühle, Gerüche, Geräusche, lustige Anekdoten oder ein besonders gutes Essen machen deine Erinnerungen lebendig.
- Halte es unkompliziert: Wenn wenig Zeit bleibt, reichen Stichpunkte oder ein Satz über dein Highlight des Tages.
- Gestalte dein Reisetagebuch: Fotos, Tickets, Fahrscheine, kleine Zeichnungen oder Ausschnitte aus Prospekten ergänzen deine Texte.
- Mein Tipp: Ich nutze am liebsten ein robustes Notizbuch im A5-Format. Es ist groß genug zum Gestalten und trotzdem praktisch für unterwegs.

Wie schreibt man ein Reisetagebuch?
Ein Reisetagebuch muss keinem festen Schema folgen. Ich notiere meistens zuerst Datum, Ort und besondere Erlebnisse des Tages. Dazu kommen kleine Details wie Kosten, Namen, Begegnungen oder Dinge, die mir unterwegs aufgefallen sind. Besonders gern halte ich auch meine persönlichen Eindrücke und Gefühle fest. Genau diese Kleinigkeiten sind es, an die ich mich Jahre später oft nicht mehr erinnern würde.
Wenn du dein erstes Reisetagebuch schreiben möchtest, kannst du ganz einfach mit diesen Fragen anfangen:
- Wo war ich heute?
- Was habe ich erlebt?
- Was war mein schönster oder überraschendster Moment?
- Was hat mir besonders gut oder vielleicht auch gar nicht gefallen?
- Welche Begegnung, Aussage oder Situation möchte ich nicht vergessen?
- Was würde ich meinem zukünftigen Ich über diesen Tag erzählen?
Du musst dabei keinen ausführlichen Reisebericht schreiben. Manchmal reichen ein paar Stichpunkte, ein kurzer Satz oder eine kleine Anekdote. An anderen Tagen möchtest du vielleicht mehrere Seiten füllen. Beides ist völlig in Ordnung.
Ich selbst bevorzuge ein klassisches gebundenes Notizbuch. Du kannst dein Reisetagebuch aber genauso digital führen, zum Beispiel mit einer App auf dem Smartphone. Entscheidend ist weniger das Format als die Frage, womit du unterwegs tatsächlich gerne deine Erinnerungen festhältst.

15 kreative Ideen für dein Reisetagebuch
Was gehört in ein Reisetagebuch? Eigentlich alles, woran du dich nach deiner Reise gerne erinnern möchtest. Die folgenden Ideen nutze ich teilweise selbst und sie lassen sich ganz einfach an deine Art zu reisen und zu schreiben anpassen.
1. Überlege dir, für wen du dein Reisetagebuch schreibst
Schreibst du dein Reisetagebuch nur für dich oder möchtest du es später auch Freunden und Familie zeigen? Das kann beeinflussen, was und wie ausführlich du schreibst.
Ich empfehle dir, dein Reisetagebuch in erster Linie für dich selbst zu führen. So kannst du persönliche Gedanken, Gefühle und kleine Erlebnisse festhalten, ohne darüber nachzudenken, ob sie für andere interessant genug sind.
2. Halte besondere Reisemomente fest
Überlege beim Schreiben, woran du dich in ein paar Jahren noch erinnern möchtest. Das können große Erlebnisse sein, aber genauso kleine Momente, die deine Reise besonders gemacht haben.
Ich notiere zum Beispiel meine Reiseroute, Namen von Mitreisenden und besondere Erlebnisse. Auch ein schöner Sonnenuntergang, ein überraschend gutes Essen oder eine Begegnung unterwegs können einen Platz im Reisetagebuch bekommen.

3. Schreibe nicht nur deinen Tagesablauf auf
Ein Reisetagebuch muss keine chronologische Liste aller Aktivitäten sein. Statt „Dann war ich dort und danach habe ich das gemacht“ konzentriere ich mich lieber auf die Situationen, die bei mir einen Eindruck hinterlassen haben.
So wird das Schreiben weniger zur Pflicht und beim späteren Lesen kommen die Erinnerungen viel schneller zurück.
4. Du musst nicht chronologisch schreiben
Deine Einträge müssen nicht exakt der Reihenfolge des Tages folgen. Schreibe ruhig zuerst über den Moment, der dir gerade besonders präsent ist.
Du kannst später weitere Erinnerungen ergänzen oder zwischen verschiedenen Erlebnissen springen. Schließlich ist es dein persönliches Reisetagebuch und kein minutiöser Reisebericht.
5. Du musst nicht jeden Moment festhalten
Versuche nicht, wirklich alles aufzuschreiben. Das kann unterwegs schnell anstrengend werden und nimmt dir möglicherweise die Freude am Reisetagebuch.
Konzentriere dich lieber auf die Erlebnisse und Details, die dir in diesem Moment wichtig erscheinen. Genau daraus entsteht mit der Zeit dein ganz persönlicher Rückblick auf die Reise.

6. Mach dir keine Gedanken über perfekte Formulierungen
Dein Reisetagebuch muss sprachlich nicht perfekt sein. Rechtschreibung, Grammatik oder besonders schöne Formulierungen spielen für deine persönlichen Erinnerungen keine große Rolle.
Schreibe lieber so, wie dir die Gedanken gerade in den Kopf kommen. Schließlich geht es darum, deine Reise festzuhalten und nicht darum, einen perfekten Text zu verfassen.
7. Notiere Dialoge, Anekdoten und besondere Sätze
Manchmal bleibt von einer Reise ein einziger Satz im Gedächtnis. Das kann eine lustige Unterhaltung, eine Aussage eines Guides oder eine kleine Anekdote sein.
Ich schreibe mir unterwegs auch Lieder oder Zitate auf, die ich mit einem bestimmten Reisemoment verbinde. Jahre später reicht manchmal schon ein solcher Satz, damit die Erinnerung wieder da ist.
8. Beschreibe deine Reise mit allen Sinnen
Schreibe nicht nur auf, was du gesehen hast. Wie hat es an einem bestimmten Ort gerochen? Welche Geräusche waren zu hören? Wie hat das Essen geschmeckt? Wie hast du dich in diesem Moment gefühlt?
Solche Details machen einen Eintrag später viel lebendiger. Gerade Gerüche, Geräusche und Gefühle sind Dinge, die auf einem Foto kaum festgehalten werden können.

9. Schreibe auch auf, was nicht nach Plan gelaufen ist
Nicht nur die schönsten Momente gehören in ein Reisetagebuch. Auch eine verpasste Verbindung, schlechtes Wetter, eine Enttäuschung oder eine Planänderung kann später ein wichtiger Teil deiner Reiseerinnerung sein.
Du musst daraus keine große Geschichte machen. Oft reichen ein paar ehrliche Sätze darüber, was passiert ist und wie du die Situation erlebt hast.
10. Halte kleine Reise-Favoriten fest
Notiere dir Dinge, die dir unterwegs besonders gut gefallen haben. Das kann dein Lieblingsessen, ein schöner Aussichtspunkt, ein Café, ein Strand oder einfach ein unerwartet schöner Moment sein.
Du kannst daraus auch eine kleine Liste machen, zum Beispiel mit deinen drei schönsten Erlebnissen des Tages oder den Dingen, die du an diesem Reiseziel jederzeit wieder machen würdest.
11. Notiere Datum und Ort
Schreibe zu jedem Eintrag zumindest das Datum und den Ort. Was während der Reise selbstverständlich erscheint, kann einige Jahre später längst nicht mehr so klar sein.
Gerade wenn du mehrere Orte auf einer Reise besuchst, helfen dir diese beiden Angaben dabei, deine Erinnerungen später wieder richtig einzuordnen.
12. Schreibe Erinnerungen auf, solange sie frisch sind
Versuche besondere Erlebnisse möglichst zeitnah festzuhalten. Dann erinnerst du dich noch an die kleinen Details, die wenige Tage später vielleicht schon verschwunden sind.
Wenn du unterwegs keine Zeit oder Lust auf einen längeren Eintrag hast, notiere einfach ein paar Stichpunkte. Daraus kannst du später immer noch einen ausführlicheren Eintrag machen.

13. Entwickle deine eigenen Reisetagebuch-Rituale
Es ist dein Reisetagebuch und deshalb entscheidest du, was darin einen Platz bekommt. Vielleicht möchtest du jeden Tag das Wetter notieren, deine Ausgaben festhalten oder sogar zählen, wie viele Katzen dir unterwegs begegnet sind.
Gerade solche persönlichen Kleinigkeiten machen dein Reisetagebuch einzigartig. Es gibt kein richtig oder falsch, solange die Einträge für dich eine Bedeutung haben.
14. Mach das Reisetagebuch nicht zur Pflicht
Das Schreiben soll dir Freude machen und nicht zu einem weiteren Punkt auf deiner täglichen To-do-Liste werden. Wenn du merkst, dass dir ausführliche Einträge unterwegs zu viel werden, vereinfache sie.
Fasse den Tag zum Beispiel in einem einzigen Satz zusammen, schreibe nur dein Highlight auf oder erstelle eine kleine Liste. Auch kurze Einträge können später wertvolle Erinnerungen zurückbringen.
15. Wähle ein Reisetagebuch, das zu dir passt
Für unterwegs finde ich ein robustes Notizbuch besonders praktisch. Ich selbst bevorzuge A5 als Format für mein Reisetagebuch. Es bietet genügend Platz zum Schreiben und Gestalten, ohne unnötig groß zu sein.
Noch wichtiger ist allerdings, dass du dein Notizbuch gerne benutzt. Ob schlicht, bunt oder bereits als Reisetagebuch gestaltet, wähle eines, das du auf deiner Reise tatsächlich gerne zur Hand nimmst.
Du suchst noch das passende Reisetagebuch?
Wenn du dein Reisetagebuch selbst gestalten möchtest, eignet sich ein schlichtes A5-Notizbuch mit ausreichend Platz für Texte, Zeichnungen und eingeklebte Erinnerungen.
Wenn du lieber mit Fragen und Vorgaben arbeitest, kann ein bereits vorbereitetes Reisetagebuch zum Ausfüllen eine gute Alternative sein.
Reisetagebuch schreiben: Beispiel für einen Eintrag
Wie kann ein Eintrag im Reisetagebuch konkret aussehen? Du musst daraus keinen langen Reisebericht machen. Oft reichen ein paar persönliche Beobachtungen, damit du dich später wieder an den Tag erinnerst.
Ein einfacher Eintrag könnte zum Beispiel so aufgebaut sein:
Datum und Ort: 12. Juni, Lissabon
Mein Highlight: Der Blick über die Dächer der Stadt am Abend.
Das möchte ich nicht vergessen: Das Rattern der Straßenbahn, die steilen Gassen und den Duft der Pastéis de Nata, als wir an einer kleinen Bäckerei vorbeigelaufen sind.
Überraschung des Tages: Wie anstrengend die vielen Hügel tatsächlich sind.
Mein Fazit: Ein wunderschöner Tag, aber morgen ziehe ich definitiv bequemere Schuhe an.
Du kannst dieses kleine Schema für jeden Reisetag verwenden oder nur dann, wenn dir gerade die Ideen zum Schreiben fehlen. Ergänze einfach die Punkte, die für deine Reise wichtig sind, und lasse alles weg, was nicht zu dir passt.

Reisetagebuch gestalten: kreative Ideen für deine Erinnerungen
Ein Reisetagebuch muss nicht nur aus geschriebenem Text bestehen. Ich ergänze meine Einträge gerne mit kleinen Erinnerungsstücken und Zeichnungen. So wird aus dem Notizbuch mit der Zeit ein ganz persönliches Erinnerungsalbum.
Fotos und Zeichnungen ergänzen
Du kannst kleine Fotos einkleben oder besondere Erlebnisse selbst zeichnen. Meine Zeichnungen sind ganz sicher keine Kunstwerke, aber genau das müssen sie auch nicht sein. Sie machen die Seiten persönlicher und erinnern mich später an bestimmte Momente meiner Reise.
Auch kleine Symbole, Pfeile oder eine einfache Skizze können ausreichen. Es geht nicht darum, ein perfektes Kunstwerk zu gestalten.
Tickets, Fahrscheine und Prospekte einkleben
Fahrscheine, Eintrittskarten, Quittungen oder Ausschnitte aus Prospekten lassen sich wunderbar in ein Reisetagebuch integrieren. So bewahrst du kleine Erinnerungsstücke auf, die nach der Reise sonst wahrscheinlich irgendwo in einer Schublade verschwinden würden.
Besonders schön finde ich, wenn Text und Erinnerungsstücke zusammengehören. Neben einem Eintrag über einen Ausflug kann zum Beispiel das passende Ticket seinen Platz finden.
Kleine Karten und Reiserouten gestalten
Eine weitere Idee ist eine kleine Karte deiner Reise. Markiere darauf Orte, die du besucht hast, zeichne deine Route ein oder ergänze persönliche Notizen.
Die Karte muss dabei nicht besonders detailliert sein. Schon eine einfache Übersicht kann dir Jahre später zeigen, wo du unterwegs warst und welche Stationen zu deiner Reise gehörten.
Seiten unterschiedlich gestalten
Nicht jede Seite deines Reisetagebuchs muss gleich aussehen. Mal kannst du ausführlicher schreiben, mal nur Stichpunkte notieren oder eine Seite hauptsächlich mit Bildern und Erinnerungsstücken gestalten.
Gerade diese Mischung gefällt mir an einem persönlichen Reisetagebuch besonders gut. Es darf mit jeder Reise und jedem Eintrag ein bisschen anders aussehen.
Warum sich ein Reisetagebuch auch Jahre später lohnt
Meine Reisetagebücher sind für mich heute viel mehr als eine Sammlung alter Reiseerinnerungen. Wenn ich über vergangene Reisen hier auf dem Blog schreibe, blättere ich immer wieder darin. Ohne meine Notizen könnte ich mich an viele kleine Details längst nicht mehr erinnern.
Dabei sind es oft gar nicht die großen Sehenswürdigkeiten, die ich nachlesen möchte. Viel interessanter sind die Kleinigkeiten: Wie habe ich einen Ort damals wahrgenommen? Was hat mir besonders gut gefallen? Was hat etwas gekostet? Welche Begegnung oder Situation ist mir aufgefallen?
Im Alltag schreibe ich nur selten Tagebuch. Auf Reisen, bei Ausflügen und besonderen Erlebnissen gehört es für mich dagegen schon seit Jahren dazu. Und je älter meine Reisetagebücher werden, desto wertvoller finde ich sie.
Wenn du also überlegst, ein Reisetagebuch zu beginnen, mach dir nicht zu viele Gedanken darüber, ob deine Einträge schön, ausführlich oder kreativ genug sind. Schreibe die Dinge auf, die du selbst nicht vergessen möchtest. Genau darin liegt für mich der eigentliche Wert eines Reisetagebuchs.
Noch mehr Ideen rund um deine Reise
Wenn du besondere Reisemomente nicht nur im Tagebuch festhalten möchtest, findest du hier noch weitere Ideen und praktische Tipps:
- Besondere Reise-Souvenirs: So bewahre ich meine Reisemomente am Weihnachtsbaum auf.
- Geschenke für Reisende und Weltenbummler: 35 Ideen für alle, die gerne unterwegs sind.
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prima….danke
Gute praktische Tips und Anregungen. Hilfreich zum umsetzen.