Raudisandur ist einer dieser Orte, die sich nicht sofort aufdrängen. Er liegt abgelegen in den Westfjorden – und genau deshalb fühlt er sich besonders an.
Statt schwarzem Lava-Sand erwartet dich hier etwas völlig anderes: ein weiter, fast endlos wirkender Strand, der je nach Licht in Rot-, Orange- oder Goldtönen leuchtet.
Ich war selbst dort und habe schnell gemerkt: Hier geht es nicht um einzelne Spots, sondern um das Gesamtgefühl.
In diesem Guide zeige ich dir, wie du Raudisandur erreichst, wann sich der Besuch wirklich lohnt und worauf du unbedingt achten solltest.

Inhaltsübersicht
Für Eilige: Raudisandur auf einen Blick
Wenn du gerade planst und schnell entscheiden willst:
- Lage: Westfjorde, nahe Patreksfjörður
- Besonderheit: roter Sandstrand (selten in Island)
- Länge: über 10 Kilometer
- Anfahrt: Schotterstraße (letzte 10 km anspruchsvoller)
- Zeit einplanen: ca. 2–3 Stunden inkl. Spaziergang
- Wichtig: Ebbe abwarten für den besten Eindruck
Mein Tipp: Plane Raudisandur nur ein, wenn du ohnehin in den Westfjorden unterwegs bist – als einzelnes Ziel ist die Anfahrt sehr lang. Alle Orte findest du im Beitrag Westfjorde Island: Islands wildeste Region (+ Route & Highlights).
Warum der Sand hier rot ist
Raudisandur wirkt fast surreal – vor allem, wenn die Sonne tief steht.
Die Farbe des Sandes verändert sich je nach Licht:
- bei Sonne: warme Rot- und Orangetöne
- bei bewölktem Himmel: eher bräunlich oder gedämpft
Das liegt an den Mineralien und feinen Muschelresten im Sand, die das Licht unterschiedlich reflektieren.
Wichtig zu wissen: Die Farben sind nicht „Instagram-Effekt“, sondern wirklich so vor Ort sichtbar – besonders bei gutem Wetter.
Gut zu wissen: Meine Fotos in diesem Beitrag sind nicht bearbeitet. Die satte Farbe vom Sand stellt die tatsächliche Farbe dar. Die Fotos sind mit der Kamera Sony Alpha 6000* entstanden.

Beste Zeit für deinen Besuch
Der Zeitpunkt macht hier einen großen Unterschied.
Darauf solltest du achten:
- Ebbe: Nur dann zeigt sich der Strand in seiner ganzen Breite
- Sonne oder zumindest helles Wetter: verstärkt die Farben deutlich
- Sommermonate: beste Bedingungen + bessere Straßenverhältnisse
Mein Tipp: Plane deinen Besuch bewusst nach Gezeiten und Licht – sonst wirkt der Strand schnell unspektakulärer, als er eigentlich ist.
Wenn du flexibel bist, lohnt es sich, deinen Besuch spontan an Wetter und Gezeiten anzupassen – der Unterschied ist hier wirklich deutlich.
Pro-Tipp: Checke eine Gezeitenkarte, damit du deinen Besuch bei Ebbe planen kannst.
Anfahrt zum Raudisandur Strand
Die Anfahrt ist Teil des Erlebnisses – aber auch der größte Faktor bei der Planung.
So kommst du hin:
- über Straße 62 Richtung Patreksfjörður
- Abzweig auf Straße 612 Richtung Látrabjarg
- später Abzweig auf Straße 614 (Rauðasandsvegur)
- letzte ca. 10 km auf Schotterstraße
Die Straße führt in Kurven einen Hang hinunter zum Strand – landschaftlich beeindruckend, aber nichts für schnelles Fahren.
Mein Tipp: Plane ausreichend Zeit ein und fahre entspannt. Gerade die letzten Kilometer ziehen sich mehr, als man denkt. Vor allem, weil du automatisch langsamer fährst und die Strecke kurviger wird.
Wenn du noch auf der Suche bist, kannst du hier passende Mietwagen für Island vergleichen*.

Wichtig zur Straßenwahl (nicht verwechseln)
Auch wenn du in den Westfjorden unterwegs bist:
Die Straße zum Raudisandur ist keine klassische F-Straße, aber dennoch eine Schotterstraße, die Erfahrung erfordert.
Das bedeutet:
- bei gutem Wetter meist gut fahrbar
- aber nicht immer in Mietverträgen abgedeckt
- 4×4 empfehlenswert, vor allem außerhalb des Hochsommers

Der Weg zum Strand
Vom Parkplatz aus brauchst du etwa 15–20 Minuten zu Fuß bis zum Strand. Der Weg ist einfach, aber leicht uneben – gutes Schuhwerk lohnt sich. Und dann öffnet sich plötzlich die Landschaft.
Kein klassischer Strand mit Wellen und Action – sondern Weite, Ruhe und dieses besondere Licht, das alles ein bisschen weicher wirken lässt.
Café mit Blick: Franska Kaffihúsið
Ein echtes Highlight ist das kleine Café oberhalb des Strandes.
- einfache Speisen und Snacks
- hausgemachte Waffeln und Suppen
- Terrasse mit Blick auf den Strand
Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir dort saßen – Sonne im Gesicht, Blick auf den Strand und einfach das Gefühl, genau am richtigen Ort zu sein.
Gerade nach der Anfahrt ist das der perfekte Ort für eine kleine Pause.

Wie viel Zeit solltest du einplanen?
Das hängt stark davon ab, wann du dort bist.
Bei Ebbe:
- 2–3 Stunden
- Spaziergang entlang des Strandes
- Zeit für Fotos und Ruhe
Bei Flut:
- eher kurzer Stopp
- weniger Strand sichtbar
Mein Tipp: Plane lieber etwas mehr Zeit ein – Raudisandur lebt davon, dass du dich treiben lässt und nicht nur kurz anhältst.

Übernachten in der Nähe
Raudisandur liegt sehr abgelegen – deshalb lohnt sich eine gute Planung.
Optionen:
- Hotel Látrabjarg* – ruhig, nahe am Strand
- Unterkünfte in Patreksfjörður* – größere Auswahl
Wenn du tiefer einsteigen willst, findest du hier meine Tipps zu Unterkünften in Island.
Praktische Tipps für deinen Besuch
Damit dein Besuch wirklich entspannt wird:
- Nimm dir bewusst Zeit – der Ort wirkt langsam
- Plane deinen Besuch zur Ebbe
- Fahre vorsichtig auf der Schotterstraße
- Ziehe dich warm und in Schichten an
- Trage wasserdichte Schuhe für den Strand
Lohnt sich Raudisandur wirklich?
Ob sich Raudisandur lohnt, hängt stark von deiner Route ab. Wenn du ohnehin in den Westfjorden unterwegs bist, solltest du den Abstecher unbedingt einplanen. Der Strand ist anders als alles, was du sonst in Island siehst – und genau diese Ruhe macht ihn so besonders. Wenn du allerdings nur wenig Zeit hast oder dich auf die klassische Ringstraße konzentrierst, würde ich ehrlich sagen: Dann gibt es Stopps, die besser in deine Planung passen.
Wenn du:
- die Westfjorde erkundest
- ruhigere, weniger touristische Orte suchst
- Island auch jenseits der bekannten Highlights erleben willst
… dann ist Raudisandur einer dieser Stopps, die du nicht vergisst.
Für mich war es einer der Orte, an denen Island plötzlich ganz still wird – und genau deshalb so intensiv.

FAQ zum Raudisandur Strand
Die beste Zeit für Raudisandur ist bei Ebbe und möglichst sonnigem Wetter.
Nur dann zeigt sich der Strand in seiner ganzen Breite und die typischen Rot- und Orangetöne kommen richtig zur Geltung.
Die letzten Kilometer führen über eine Schotterstraße mit kurviger Bergstrecke.
Bei gutem Wetter ist sie gut fahrbar, allerdings solltest du vorsichtig fahren und etwas Erfahrung mit Schotterstraßen haben.
Ein 4×4 ist nicht zwingend erforderlich, aber definitiv empfehlenswert, besonders außerhalb der Sommermonate.
Viele Mietwagenverträge schließen Schotterstraßen außerdem teilweise aus – prüfe das unbedingt vorher.
Nein, das Baden ist nicht empfehlenswert.
Das Wasser ist sehr kalt und die Bedingungen können unberechenbar sein.
Die Fahrt von Reykjavik in die Westfjorde dauert mehrere Stunden. Raudisandur eignet sich daher nicht als Tagesausflug, sondern sollte Teil einer Westfjorde-Route sein.
Ja, im Vergleich zu vielen Orten in Island ist Raudisandur deutlich weniger besucht. Gerade das macht den Strand so besonders.
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